Die Brussels Pride, eine der größten LGBTQI-Veranstaltungen Europas, hat sich mit einer beschämenden Vorgabe selbst blamiert: Der jüdisch-queeren Gruppe Mazal Pride wurde von den Organisatoren mitgeteilt, dass Teilnehmer bei der Parade weder Davidsterne noch das Wort „jüdisch” auf Bannern oder Symbolen zeigen dürften. Nach einem öffentlichen Aufschrei ruderten die Veranstalter zurück, berichtet die deutsche Wochenzeitung Jüdische Allgemeine.

Argument: „Sicherheitsbedenken“

Die Debatte wurde öffentlich, nachdem ein Administrator der Facebook-Gruppe „BaLaGan! LGBT+ Jews in and around Brussels” die Bedingungen schilderte: Die Veranstalter hätten zwar betont, jüdische LGBTQI-Menschen gehörten zur queeren Gemeinschaft und würden nicht mit Israel gleichgesetzt – gleichzeitig aber auf „Sicherheitsbedenken” verwiesen und keine sichtbaren jüdischen Symbole erlaubt.

Die Reaktion der Gruppe war unmissverständlich: „Die Botschaft, die wir letztlich erhalten, lautet, dass unsere Anwesenheit nur akzeptiert wird, solange sie nicht zu sichtbar ist.” Und weiter: „Wir weigern uns zu akzeptieren, dass das Auslöschen unserer Identität die Lösung sein soll.”

In sozialen Medien folgte scharfe Kritik. Ein Kommentar brachte es auf den Punkt: „Wie nett von ihnen, eigens einen neuen Schrank zu schaffen, in den Juden gezwungen werden sollen.” Andere bezeichneten die Vorgaben als Widerspruch zum eigentlichen Gedanken einer Pride-Parade – die ja gerade für Sichtbarkeit und Würde stehen soll.

Trotzdem dabei – „stolzer denn je"

Mazal Pride ließ sich nicht einschüchtern und kündigte die Teilnahme bei Brussels Pride, die am Samstag stattfindet, an: „Wir werden da sein. Jüdisch, queer, Verbündete und stolzer denn je.” Nach dem öffentlichen Druck zog Brussels Pride die Auflagen zurück – jüdische Teilnehmer dürfen nun religiöse und kulturelle Symbole zeigen.

Kein Einzelfall

Der Vorfall ist kein Ausreißer. Bereits 2025 erklärte die britische Organisation Keshet UK, aus „Sicherheitsgründen” keinen jüdischen Block bei der London Pride organisieren zu können. Und bei der „Chicago Dyke March” 2017 wurden Teilnehmer ausgeschlossen, die Regenbogenflaggen mit Davidstern trugen – die Organisatoren bezeichneten die Symbole damals als „bedrohlich”.