Der knapp einminütige Spot beginnt mit einer jungen Frau, die panisch aus dem Schlaf hochschreckt. Die Szenen sind dunkel und bedrückend inszeniert. Ihr Partner scheint verschwunden zu sein, die Stimmung wirkt angespannt und unsicher.

Stundenlange Grenzkontrollen und Zollprobleme

Im Fernsehen laufen Nachrichtenmeldungen über kilometerlange Wartezeiten an europäischen Grenzen. Menschen stehen demnach stundenlang zwischen Lettland und Estland fest. Gleichzeitig bleiben Ersatzteile im Zoll hängen, Pakete werden beschädigt zugestellt und Rücksendungen sind offenbar kaum möglich.

Das EU-Parlament verbindet damit eine klare Botschaft: Viele Selbstverständlichkeiten des heutigen Alltags seien nur dank der Europäischen Union möglich.

„Manchmal nehmen wir die EU als selbstverständlich hin“, heißt es in dem Beitrag des Europäischen Parlaments. Man solle sich vorstellen, wie Europa ohne die Union aussehen würde.

Roaming-Kosten und gescheiterter Urlaub

Besonders drastisch wird das in einer weiteren Szene dargestellt: Die junge Frau telefoniert mit ihrer Mutter über einen geplanten Spanien-Urlaub. Doch die Reise droht zu scheitern, weil ein Visum abgelehnt wurde. Kurz darauf bricht auch noch das Telefonat zusammen – wegen fehlender Roaming-Regeln würde die Fortsetzung angeblich „20.000 Peseta“ kosten.

Die Verwendung der früheren spanischen Währung soll offenbar symbolisieren, wie Europa ohne EU wieder in nationale Einzelstaaterei zurückfallen würde.

Am Ende war alles nur ein Traum

Zum Schluss wacht die Frau erneut auf – diesmal in einem hellen Schlafzimmer neben ihrem Partner. Erleichtert erklärt sie: „Ich hatte diesen Albtraum, dass die Europäische Union nie existiert hat.“

Danach folgt der Appell des EU-Parlaments zum Europatag: Europa werde jeden Tag von Menschen gestaltet, die gemeinsame Werte teilen. Deshalb solle man die europäische Einheit feiern.

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Kritik an „propagandistischem“ Stil

In sozialen Netzwerken stieß das Video allerdings auf massive Kritik. Zahlreiche Nutzer bezeichneten den Spot als überzogen, manipulierend oder propagandistisch. Kritiker werfen Brüssel vor, gezielt mit Angstbildern zu arbeiten, um Zustimmung für die EU zu erzeugen.