Seit Anfang Mai werden an der Universitätsklinik Innsbruck Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt – nun formiert sich massiver Widerstand aus konservativen und kirchlichen Kreisen.

Der Verein „Jugend für das Leben“ spricht in seiner Petition von einem „Wort- und Dammbruch“. Noch im Herbst 2023 habe die Tiroler Volkspartei versichert, dass es keine Abtreibungen an öffentlichen Krankenhäusern geben werde. Seit 4. Mai 2026 sei dies nun dennoch Realität.

Die Initiatoren werfen der Tiroler Landesregierung vor, die Einführung „still und heimlich“ umgesetzt zu haben – ohne öffentliche Debatte und sogar ohne vorherige Einbindung des Klinikpersonals. Besonders empört zeigen sich die Kritiker über die Art der Einführung: Mitarbeiter der „tirol kliniken“ seien per automatisierter E-Mail kurzfristig über die neue Praxis informiert worden.

Die aktuelle Kampagne knüpft an frühere Protestaktionen an. Nach Angaben der Initiatoren hätten frühere Petitionen gegen Abtreibungsangebote an öffentlichen Krankenhäusern bereits rund 8.000 Unterstützer mobilisiert.

Die neuen Unterschriftenliste soll im Sommer 2026 an Landeshauptmann Anton Mattle übergeben werden. Die Petition fordert ihn auf, innerhalb der Landesregierung ein „Machtwort“ zu sprechen und die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen an öffentlichen Kliniken rückgängig zu machen.

Vorwurf des Wählerbetrugs gegen die ÖVP

Scharfe Kritik kommt auch von der Plattform „PatriotPetition“. Dort wird der Tiroler Landesregierung vorgeworfen, entgegen dem eigenen Parteiprogramm gehandelt zu haben. Das ÖVP-Grundsatzprogramm lehne Schwangerschaftsabbrüche ausdrücklich ab, nun werde jedoch ein entsprechendes Angebot an einer landeseigenen Klinik ermöglicht.

In der Petition heißt es weiter, der Staat dürfe keine Infrastruktur für Abtreibungen bereitstellen und Steuerzahler nicht indirekt an deren Finanzierung beteiligen. Zudem sehen die Initiatoren die Gewissensfreiheit von Ärzten und Pflegepersonal gefährdet.