Die Generation Z in Deutschland ist pessimistisch, psychisch angeschlagen – und politisch auf dem Weg nach rechts. Das zeigt die siebte Trendstudie „Jugend in Deutschland”, für die 2.042 junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren befragt wurden, wie die deutsche Tageszeitung Welt berichtet.

AfD verdoppelt Zustimmung bei Jungen

Die politische Botschaft der Studie ist eindeutig: Die AfD hat ihren Stimmenanteil bei jungen Menschen in nur einem Jahr fast verdoppelt – und steht mit 22 Prozent an der Spitze der Wählergunst bei den unter 30-Jährigen. „Ganz eindeutig ist es der AfD gelungen, sich als Protestpartei für die Ampel und als Problemlöser für die aktuellen Sorgen anzubieten”, heißt es in der Studie. Die konservative CDU/CSU folgt mit 20 Prozent. Die Ampel-Parteien – vor allem Grüne und die wirtschaftsliberale FDP – haben bei Jungwählern stark an Beliebtheit verloren. „Wir können von einem deutlichen Rechtsruck in der jungen Bevölkerung sprechen”, resümiert Forscher Klaus Hurrelmann.

Asyl-Migration: Sorge verdoppelt

Besonders auffällig: Die Sorge vor einer „Zunahme der Flüchtlingsströme” hat sich seit dem vorvergangenen Jahr verdoppelt – von 22 auf 41 Prozent. „Davon unabhängig scheint aber die Sorge zu wachsen, dass zu viele Flüchtlinge ins Land kommen und dies aufgrund des knappen Wohnraums, der sozialen Spaltung und finanziell strapazierter Sozialsysteme Gefahren mit sich bringt”, so die Studienautoren.

Die größten Sorgen der Jugendlichen insgesamt: Inflation (65 Prozent), Krieg in Europa und Nahost (60 Prozent), teurer Wohnraum (54 Prozent), Klimawandel und gesellschaftliche Spaltung (je 49 Prozent) sowie Wirtschaftskrise und Angst vor Altersarmut (je 48 Prozent).

Nur 26 Prozent sehen historische Verantwortung für Israel

Auch die Israel-Frage zeigt ein besorgniserregendes Bild: Nur 26 Prozent der jungen Deutschen stimmten der Aussage zu, dass Deutschland eine historische Verantwortung für Israel und die Juden in Deutschland trage. 36 Prozent lehnen sie ab.

Psychisch angeschlagen

Die psychische Lage der Generation Z ist alarmierend. Stress, Einsamkeit und Angstzustände haben gegenüber den Vorjahren zugenommen. Elf Prozent der Befragten sind aktuell wegen psychischer Belastungen in Behandlung – 13 Prozent der jungen Frauen, acht Prozent der jungen Männer. Mehr als ein Viertel der Befragten gab an, wegen mangelnder Motivation oder dem Gefühl von Überforderung nicht zur Schule oder zur Arbeit gegangen zu sein.

Studienautor Simon Schnetzer bringt es auf den Punkt: „Unsere Studie dokumentiert eine tief sitzende mentale Verunsicherung mit Verlust des Vertrauens in die Beeinflussbarkeit der persönlichen und gesellschaftlichen Lebensbedingungen. Die Aussicht auf ein gutes Leben schwindet.”

Neue Statussymbole

Materieller Wohlstand interessiert die Gen Z kaum noch. Die wichtigsten Statussymbole sind heute: Intelligenz (37 Prozent), beruflicher Erfolg (27 Prozent), Fitness (24 Prozent), Reisen (21 Prozent) und schönes Aussehen (20 Prozent). Auto, Haus und Boot haben ausgedient.

Das Fazit der Forscher ist dennoch nicht pessimistisch: 63 Prozent der Befragten sind sich bewusst, dass ihre Generation für den künftigen Wohlstand in Deutschland verantwortlich ist. „Wir sollten uns davor hüten, die Jugend in eine Schublade zu stecken und als faul oder respektlos abzustempeln”, mahnen die Studienautoren.