Babler wird beim Auftaktspiel gegen Jordanien in Santa Clara auf der Tribüne sitzen, Stocker reist zum Kracher gegen Argentinien nach Dallas. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger verzichtet hingegen auf einen WM-Besuch.

Politiker hoffen auf ÖFB-Märchen

Die Erwartungen an die Mannschaft von Teamchef Ralf Rangnick sind hoch. Parteigrenzen spielen dabei scheinbar keine Rolle: Vom Kanzler bis zum Oppositionschef trauen alle Rot-Weiß-Rot den Aufstieg aus der Gruppenphase zu. Stocker sieht im Nationalteam sogar ein Vorbild für das ganze Land: Der Zusammenhalt der Mannschaft zeige, was gemeinsam möglich sei. Babler spricht von Vorbildern für die nächste Sportlergeneration.

Schlaflose Nächte für die Fans

Weniger begeistert sind viele von den Anstoßzeiten in Nordamerika. Spiele mitten in der Nacht könnten Österreichs Fußballfans um den Schlaf bringen. NEOS-Sportsprecher Janos Juvan warnt bereits augenzwinkernd vor „akutem Schlafmangel“, will die Spiele aber trotzdem mit Freunden verfolgen. Auch Sportstaatssekretärin Michaela Schmidt kündigt an, notfalls um drei Uhr früh aufzustehen: „Das ist angesichts der historischen Leistung des Teams das Mindeste.“

Kickl: „Österreich zuerst“

FPÖ-Chef Herbert Kickl hält es bei der WM gewohnt patriotisch. Zwar nennt er Argentinien als einen seiner Favoriten, schiebt aber sofort nach: „Österreich zuerst.“ Sollte das Nationalteam einen Lauf bekommen, erwartet auch er eine regelrechte Euphoriewelle im Land, schreibt orf.at.

Politik bleibt Streitthema

Ganz ausklammern wollen die Politiker die politische Diskussion rund um die Gastgeber USA allerdings nicht. Vor allem die Rolle der US-Regierung und der FIFA wird kritisch gesehen. Doch für die nächsten Wochen steht vor allem eines im Vordergrund: Nach 28 Jahren WM-Pause träumt Österreich von einem Fußball-Sommer – auch wenn dafür viele Fans den Wecker mitten in der Nacht stellen müssen.