Kurz vor der Budgetrede von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) wurden erste Details zu den Sparplänen der Regierung geleakt. Und die fallen drastisch aus. Für das Doppelbudget 2027/2028 sollen insgesamt 5,1 Milliarden Euro eingespart werden, 2,6 Milliarden seien für Offensivmaßnahmen vorgesehen, schreibt der Kurier.

Arbeitslose im Fokus

Brisant: Beim AMS wird massiv gekürzt. Wer nach einer einvernehmlichen Kündigung arbeitslos wird, könnte künftig vier Wochen lang ohne Geld dastehen. Gleichzeitig fallen Förderungen für Langzeitarbeitslose weg. Offiziell heißt es: Missbrauch verhindern und sparen. Die Maßnahmen sollen mehrere hundert Millionen Euro in die Kassa der Regierung spülen.

Weniger Geld für Pensionisten und Familien

Auch Pensionisten trifft der Hammer: Die Pensionen sollen langsamer steigen als die Inflation – real bleibt also weniger Geld im Börserl. Familien schauen auch durch die Finger: Der Familienbonus wird beschnitten, Eltern müssen ihn künftig teilen, ein Elternteil kann maximal 75 Prozent geltend machen. Sozialleistungen bleiben eingefroren.

Besserverdiener zur Kassa, bitte!

Mehr zahlen sollen auch Besserverdiener: Die Höchstbemessungsgrundlage für Sozialversicherungsbeiträge steigt 2027 und 2028 langsam an. Dazu kommen strengere Regeln bei Sozialleistungen, eine Sozialhilfereform mit Sanktionen für Integrationsverweigerer sowie Einsparungen bei Kuren.

Alkohol wird deutlich teurer

Und jetzt wird sogar der Schnaps teurer: Die Alkoholsteuer auf Spirituosen steigt um satte 30 Prozent. Eine Flasche Vodka könnte bald rund drei Euro mehr kosten. Außerdem sollen ukrainische Fahrzeuge ab 2027 wieder NoVA und motorbezogene Versicherungssteuer zahlen.

Härtester Sparkurs seit Jahren

Dazu kommen weitere Belastungen: Homeoffice-Pauschale weg, weniger Vorteile für Selbstständige. Viel Platz nimmt im Arbeitspapier die geplante Senkung der Lohnnebenkosten ein. Die Arbeitgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) sollen ab 2028 sinken. Gegenfinanziert werden soll das unter anderem durch höhere Beiträge für Beschäftigte über 60 Jahre sowie eine höhere Körperschaftsteuer von 24 statt 23 Prozent auf Gewinne über einer Million Euro. Unterm Strich sollen mehr als fünf Milliarden Euro eingespart werden. Während bei Kindergärten investiert wird, hagelt es fast überall sonst Kürzungen. Österreich steht vor dem härtesten Sparkurs seit Jahren.