Dramatische Szenen am Freitagmittag in Berlin-Gesundbrunnen: Zwei Männer sollen eine Moschee betreten haben – kurz darauf eskalierte die Situation. Nach Angaben der Polizei setzte einer der Männer Tierabwehrspray ein. Betroffen waren demnach der Flur und der Gebetsraum des Gotteshauses, wie die deutsche Tageszeitung Welt berichtet.

Zu diesem Zeitpunkt hielten sich rund 100 Menschen in der Moschee auf. Der mutmaßliche Sprayer ist laut Polizei 59 Jahre alt. Sein Begleiter, 31 Jahre alt, soll das Geschehen mit einer Kamera aufgezeichnet haben, die in seiner Brille verbaut war.

Besucher hielten Männer fest

Nach dem Vorfall kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit Moscheebesuchern. Anwesende hielten die beiden Männer bis zum Eintreffen der Polizei fest. Die Ermittlungen laufen.

Nach derzeitigem Stand sieht die Polizei bislang keine Hinweise auf ein religiöses oder politisches Tatmotiv.

Zweiter Fall: Moschee in Memmingen geschändet

Fast zeitgleich sorgt ein weiterer Vorfall für Entsetzen: Im bayerischen Memmingen haben Unbekannte eine Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde mit Tierblut beschmiert und geschändet.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Kempten wurde eine rund eineinhalb Meter hohe Mauer mit aufgesetztem Halbmond beschmiert. Die Täter warfen mit Blut gefüllte Luftballons gegen den Eingangsbereich. Außerdem wurde ein abgetrennter Schweinekopf auf das Halbmond-Symbol gesteckt. Die Täter entkamen unerkannt.

Staatsschutz ermittelt

In Memmingen haben die Generalstaatsanwaltschaft München und der Staatsschutz der Kriminalpolizei Memmingen die Ermittlungen übernommen. Es geht um Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft und gemeinschädliche Sachbeschädigung.

Anders als im Berliner Fall gehen die Ermittler in Bayern aufgrund der Tatumstände von einer islamfeindlichen Motivation aus. Spuren wurden gesichert, Zeugen werden gesucht. Feuerwehr und Stadtmitarbeiter beseitigten die Schmierereien.