Die SPÖ kommt nicht zur Ruhe. In Niederösterreich steuert die Partei auf einen offenen Machtkampf zu: Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig hat ihre Kandidatur für den Landesparteivorsitz angekündigt und fordert damit Amtsinhaber Sven Hergovich heraus.
Dass eine Regierungsvertreterin gegen den eigenen Landesparteichef antritt, zeigt, wie tief die Gräben innerhalb der Partei sind. Vor allem zwischen dem Lager rund um Parteichef Andreas Babler, der offiziell bestreitet, hinter der Kandidatur von Königsberger-Ludwig zu stehen, und seinen Kritikern in den Bundesländern eskaliert der Konflikt zunehmend.
„Wunsch nach personellen Veränderungen“
Königsberger-Ludwig selbst spricht von einem „Wunsch nach personellen Veränderungen“ und will die Partei neu ausrichten. Doch intern wird ihr Vorgehen kritisch gesehen – auch weil die Ankündigung über die Medien erfolgte.

Parallel dazu tobt ein weiterer Streit: Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil attackiert die eigene Bundesregierung scharf – konkret Gesundheitsministerin Korinna Schumann und Königsberger-Ludwig – wegen der geplanten Herzchirurgie in Oberwart.
Dabei geht es um die Frage, ob ein eigenes Herzchirurgie-Zentrum im Burgenland aufgebaut werden soll. Während das Land Burgenland auf eine eigenständige Versorgung pocht, lehnt der Bund das Projekt ab und verweist auf bestehende Strukturen in Wien und Graz sowie steigende Kosten im Gesundheitssystem.
Konkrete Postenliste soll vorbereitet sein
Für zusätzliche Brisanz sorgt zudem ein Heute-Bericht: Demnach soll die Machtübernahme in Niederösterreich bereits detailliert vorbereitet sein. Hinter den Kulissen kursieren laut Insidern konkrete Postenlisten für den Fall eines Sieges von Königsberger-Ludwig.

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