Unterdessen setzten die USA und Israel ihre Luftangriffe im Iran in der Nacht auf Montag fort. Bei einem Bombardement südwestlich von Teheran starben mindestens 19 Menschen, in der Stadt Qom im Zentrum des Landes fünf. Unter den Opfern seien auch sechs Kinder gewesen.
In Teheran wurde iranischen Angaben zufolge eine weitere Hochschule bombardiert. Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen sei ein Gebäude der Sharif-Universität getroffen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Bereits in den vergangenen Tagen waren iranische Hochschulen attackiert worden.
Irans Erstem Vizepräsidenten Mohammad Reza Aref zufolge kamen bei der Attacke bunkerbrechende Bomben zum Einsatz. Dies sei ein “Symbol für den Wahnsinn und die Unwissenheit” von US-Präsident Donald Trump. “Er versteht nicht, dass das Wissen Irans nicht im Beton liegt”, zitierten ihn iranische Medien. “Der eigentliche Schutzwall ist der Wille unserer Professoren.”
Medien: Iran greift Großraum Tel Aviv mit Streumunition an
Bei einem neuen Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv am Montag früh (Ortszeit) setzte der Iran nach israelischen Medienberichten erneut Streumunition ein. Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete von rund 20 Einschlagsorten im Umkreis von Tel Aviv. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden mehrere Menschen verletzt, darunter eine Frau schwer. In der Stadt Tel Aviv sei eine Schule getroffen worden. Auch ein Armeesprecher sagte, es handle sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Streumunition.
Auch im Norden habe es im Umkreis der Hafenstadt Haifa nach einem iranischen Angriff mit Streumunition rund zehn Einschlagsorte gegeben, berichtete ynet. Mehrere Autos seien in Brand geraten. In der Nacht waren in Haifa zwei Menschen tot aus einem Gebäude geborgen worden. Dieses war bei einem früheren Angriff von einer iranischen Rakete getroffen worden.
Gemeinsame Liste strategischer Ziele mit den USA
Die Jerusalem Post berichtete, Israel und die Vereinigten Staaten hätten eine umfassende Liste strategischer Ziele ausgearbeitet, die im Iran angegriffen werden sollten, falls die Islamische Republik die Anforderungen des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump nicht erfülle.
Trump droht seit längerem damit, iranische Kraftwerke sowie die iranische Infrastruktur anzugreifen, sollte Teheran nicht die Straße von Hormuz für den Schiffsverkehr öffnen oder einem Abkommen zustimmen. Ein Ultimatum in der Frage verschob er offenbar ein drittes Mal, auf Dienstagabend, 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (2.00 Uhr in der Nacht auf Mittwoch mitteleuropäischer Zeit).
Die Armeen Israels und der USA hätten sich in der Frage bereits abgestimmt, schrieb die Jerusalem Post. Israel favorisiere Angriffe auf den Energiesektor und die nationale Infrastruktur des Irans und warte auf “grünes Licht” vonseiten der USA. Ein israelischer Regierungsvertreter sagte der Zeitung, Angriffe auf Energieanlagen würden zum “totalen wirtschaftlichen Zusammenbruch des Irans” führen und die Stabilität des iranischen Machtapparats erheblich schwächen.
Angriffe auf Golfstaaten gehen weiter
Fünf Wochen nach Beginn des Iran-Krieges gehen indes die Angriffe auf die Golfstaaten weiter. In Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde nach einem Angriff auf eine Industrieanlage eine Person durch Trümmerteile eines abgeschossenen Geschosses verletzt, wie das zuständige Medienbüro am Montag auf X mitteilte.
In der Küstenstadt Fujairah wurde nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM ein Gebäude eines Telekommunikationsunternehmens mit einer iranischen Drohne angegriffen. Es gebe keine Verletzten.
In Kuwait wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Vormittag (Ortszeit) im Norden des Landes Geschosse aus dem Iran abgefangen und sechs Menschen durch herabfallende Trümmerteile verletzt.
Auch Saudi-Arabien meldete Angriffe. Das Verteidigungsministerium teilte am Montag auf X mit, zwei Drohnen seien abgefangen worden. Der Ort wurde nicht genannt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Athen schoss eine griechische Patriot-Batterie eine Drohne in der saudischen Hafenstadt Janbu am Roten Meer ab. Die Entsendung der griechischen Patriot-Batterie nach Janbu geht auf eine bilaterale Vereinbarung zwischen Griechenland und Saudi-Arabien aus dem Jahr 2021 zurück.

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