Der Druck auf den ORF wächst: Nach Wochen voller Negativschlagzeilen kündigt die Regierung nun erste Reformschritte an. Im Fokus stehen vor allem hohe Managergehälter und umstrittene Strukturen im Sender.
Medienminister Andreas Babler macht gegenüber Krone klar: „Eine Beschränkung der Managergehälter ist ein Wunsch an die Reform und wird sicher Thema sein.“ Bestehende Verträge bleiben jedoch unangetastet.
Auch die NEOS legen nach. Mediensprecherin Henrike Brandstötter spricht von „Auswüchsen durch Altverträge“, die es künftig nicht mehr geben dürfe.
Gemeint sind hohe Gehälter und großzügige Abfertigungen, die den ORF zuletzt immer wieder in die Kritik gebracht haben. Neben den Gehältern steht auch die Struktur des ORF auf dem Prüfstand. Besonders der 35-köpfige Stiftungsrat gilt als überdimensioniert.
Die NEOS fordern eine drastische Verkleinerung auf nur noch 12 Mitglieder – inklusive Betriebsräte. Zudem sollen strengere Regeln mögliche Interessenkonflikte verhindern.
Heikle Verflechtungen
Brisant sind Berichte über mögliche Interventionen einzelner Stiftungsräte. Konkret geht es um Beschwerden, die an die ORF-Spitze weitergeleitet wurden. Das Problem: Die betroffenen Funktionäre arbeiten gleichzeitig als Berater für jene Institution, die sich beschwert hat. Die Vorwürfe werden von den Beteiligten zurückgewiesen.
Die FPÖ fordert nun vollständige Aufklärung und will den gesamten Schriftverkehr offenlegen lassen. Das Thema soll bereits bei der nächsten Sitzung behandelt werden. Parallel dazu sorgt auch das Betriebsklima im ORF für Diskussionen. Von einem „toxischen Betriebsklima“ ist die Rede – ein weiterer Punkt, den die Reform angehen soll.
Ein umfassender Reformprozess ist bereits geplant. Im Herbst soll ein Konvent starten, der die Zukunft des ORF neu aufstellen soll. Welche konkreten Maßnahmen am Ende kommen, ist noch offen. Klar ist aber: Der Reformdruck ist so hoch wie lange nicht.

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