Österreichs Kernverwaltung – Personal und laufender Betrieb der Staatsmaschine – kostet 1.548 Euro Euro pro Kopf. Der europäische Schnitt liegt bei rund 1.000 Euro. Das zeigt der neue „European Public Administration Report“ des KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung, eines unabhängigen Wiener Forschungsinstituts, das sich auf Verwaltungs- und Kommunalthemen spezialisiert hat.

Nur wenige EU-Länder liegen höher: Luxemburg mit 3.572 Euro, Belgien mit 1.606 Euro, Deutschland mit 1.571 Euro. Außerhalb der EU liegt auch die Schweiz mit 2.442 Euro darüber.

Schweden und die Niederlande zeigen, wie es geht

Die Studienautoren stellen den Kosten die „Government Effectiveness“ der Weltbank gegenüber – ein Index für Servicequalität, Verwaltungskompetenz und Glaubwürdigkeit des Staates. Er reicht von -2,5 (sehr schwach) bis +2,5 (sehr stark).

Schweden kommt mit nur 934 Euro pro Kopf auf einen Effektivitätswert von 1,77 – ein besonders guter Wert. Die Niederlande liegen bei 970 Euro und schaffen 1,75. Österreich schafft mit 1.548 Euro gerade einmal 1,51, den schwächsten Wert im Vergleich zu den beiden anderen EU-Staaten.

Irland schlägt Griechenland klar

Noch deutlicher: Irland gibt 620 Euro pro Kopf aus und erreicht 1,61 Punkte. Griechenland gibt mit 653 Euro fast gleich viel aus – landet aber nur bei 0,19.

Der Bericht hält fest: „Höhere Ausgaben führen nicht automatisch zu höherer staatlicher Wirksamkeit.“

Kosten rauf, Wirkung runter

Zwischen 2020 und 2024 stiegen Österreichs breitere staatliche Servicekosten pro Kopf um 28,9 Prozent. Gleichzeitig sank der Government-Effectiveness-Wert von 1,66 auf 1,51 – ein Minus von 3,6 Prozent.

Ein vernichtendes Zeugnis. Der Staat wurde teurer. Aber nicht wirksamer.

Fast ein Fünftel der Wirtschaftsleistung

Über alle Staatsfunktionen hinweg kommt Österreich bei Personal- und Sachkosten auf 18,3 Prozent des BIP – der EU-Schnitt liegt bei 16,3 Prozent. Umgerechnet sind das schätzungsweise knapp 90 Milliarden Euro.

Länder und Gemeinden im Blick

Auch unterhalb des Bundes liegt Österreich über dem Schnitt: 10,1 Prozent des BIP fließen in Länder- und Gemeindeverwaltung, der EU-Schnitt beträgt 9,1 Prozent. Die gesamten subnationalen Ausgaben liegen bei 20,1 Prozent, der EU-Schnitt bei 16,4 Prozent.

Föderalismus allein erklärt das nicht. Auch dezentralisierte Länder wie Finnland, Dänemark und Schweden haben hohe subnationale Kosten – liefern aber bessere Effektivitätswerte.

Der Osten holt auf

Rumänien steigerte seine Effektivität um 28,1 Prozent, Bosnien-Herzegowina um 22,4 Prozent, Albanien um 19,1 Prozent, Montenegro um 15,7 Prozent. Drei dieser vier Länder – Bosnien-Herzegowina, Albanien und Montenegro – sind EU-Beitrittskandidaten.

Ein bitteres Fazit für Österreich

Österreich leistet sich eine teure Verwaltung. Die Kosten steigen. Die Wirksamkeit hält nicht Schritt. Andere Länder zeigen: Es geht günstiger – und besser.

Oder wie der Bericht festhält: „Starke Verwaltungsleistung kann auch ohne sehr hohe Ausgaben erreicht werden.“