Einen Tag vor der Regenbogenparade hat sich das Social-Media-Team der Wiener Linien wohl einen Spaß erlaubt: In einem Instagram-Post wurden kurzerhand mehrere Öffi-Stationen umbenannt – passend zur „Pride“-Parade.

Unter dem Titel „Unsere Stationen – aber queer” machten die Wiener Linien aus der U4-Station Spittelau die „Schwulau”, aus dem Franz-Josefs-Bahnhof den „Trans*-Josefs-Bhf.”, der U1-Station Reumannplatz „Reuthemplatz“ und aus der Längenfeldgasse die „Lesbenfeldgasse”.

Die Wiener Linien machen auf Instagram aus Spittelau „Schwulau“.
Die Wiener Linien machen auf Instagram aus Spittelau „Schwulau“.
Aus dem FRanz-Josefs-Bahnhof wird „Trans-Josefs-Bahnhof“.
Aus dem FRanz-Josefs-Bahnhof wird „Trans-Josefs-Bahnhof“.

Viele Instagram-Nutzer finden des Spaß so gar nicht lustig

Die Kommentare unter dem Post vom Freitag sind gemischt. Viele fallen negativ aus. „Für solche Posts wird jemand noch bezahlt, dass ist das unnötigste, was ich bisher gesehen habe“, schreibt ein Nutzer.

Ein anderer findet „Das ist so unglaublich unangenehm“.

Eine weitere Nutzerin schreibt: „Es gibt genügend Menschen die mehr Hilfe benötigen! Blinde, Autisten einfach Menschen die auch Besonderheiten haben nur vom der Gesellschaft nicht gesehen werden!“

Viele Kommentare unter dem Post fallen negativ aus.
Viele Kommentare unter dem Post fallen negativ aus.

Trans-Person fühlt sich „auf einen Bahnhof reduziert“

Sogar eine Person aus der LGBTQ-Community kritisiert die Kampagne der Wiener Linien. „Ich bin trans. Deshalb möchte ich mit Respekt behandelt werden, gleiche Chancen haben und ernst genommen werden. Was ich nicht brauche, ist die Umbenennung eines Bahnhofs, damit sich eine Marketingabteilung für ihre Kreativität feiern lassen kann“, kritisiert sie. Der Instagram-Nutzer hält die Post für eine „PR-Inszenierung“. Und: „Identitäten“ würden „für Marketingzwecke verwendet“. Er als Transperson möchte nicht „auf einen Bahnhofsnamen reduziert“ werden.

Wiener Linien bewerben „Pride“ enorm

Die Wiener Linien machen allgemein sehr viel Werbung für die Regenbogenparade. Am Samstag erscheint auf den Anzeigetafeln an Wiens Haltestellen der Spruch „We ride with pride” („Wir fahren mit Stolz”). Auch dazu machte das Social-Media-Team einen Post. Anfang Juni machten sie aufmerksam auf ein „Pride“-Gewinnspiel. Zu gewinnen gab es sogenannte „Pride“-Sets mit Sticker, Tattoos, Fächer, Postkarte und Magnet in Regenbogenfarben. Auch die Straßenbahnen sind im Juni, dem sogenannten „Pride“-Monat, mit der „Pride-Progressive“-Flagge geschmückt.

Anfang Juni machten die Wiener Linien ein Gewinnspiel für „Pride“-Fanartikel.
Anfang Juni machten die Wiener Linien ein Gewinnspiel für „Pride“-Fanartikel.

Stadt Wien unterstützt mit 350.000 Euro Steuergeldern

Die Werbeaktionen der Wiener Linien für die „Pride“ sind nicht verwunderlich, denn: Die Wiener Linien gehören der Stadt Wien. Diese fördert die „Vienna Pride“, die von 29. Mai bis 14. Juni geht, mit 350.000 Euro Steuergeldern. Doch Sparmaßnahmen der Stadt treffen auch die „Pride“-Veranstaltungen: Heuer bekommen die Veranstalter 50 Prozent weniger Förderung als noch 2025.

Anlass ist das Jubiläum der Wiener Pride: Die LGBTQIA+ Community feiert heuer 30 Jahre Regenbogenparade. Unter dem Motto „Sichtbar seit 1996″ ziehen am Samstag wieder tausende Teilnehmer entgegen der Fahrtrichtung über den Wiener Ring.

Nach der Demonstration steht zudem auf dem Programm: JJ und Conchita Wurst, die zwei österreichischen Song-Contest-Gewinner, treten auf der „Pride“-Bühne am Rathausplatz auf.