Kernstück der Reform: Kinder sollen künftig sechs Jahre statt vier Jahre die Volksschule besuchen. Ein ambitioniertes Vorhaben – das politisch noch lange nicht durch ist.

Pilotprojekte statt großer Wurf

Wiederkehr setzt vorerst auf einen vorsichtigen Einstieg. Freiwillige Modellregionen sollen zeigen, ob das Konzept funktioniert. „Ich bin sehr zuversichtlich“, dass erste Standorte noch in dieser Legislaturperiode starten, erklärte der Minister in der ZiB2 am Dienstag. Konkret ist von „Pilotregionen“ die Rede.

Doch gleichzeitig räumt er ein: In der Regierung gibt es „Diskussionsbedarf“. Eine flächendeckende Umsetzung dürfte frühestens nach der aktuellen Legislatur entschieden werden.

Neue Fächer, offene Fragen

Neben der längeren Volksschule plant Wiederkehr auch neue Inhalte, schreibt der Kurier. Fächer wie „Demokratie, Kommunikation und Wirtschaft“ sowie „Berufsorientierung“ sollen Einzug halten. Was dafür gestrichen wird, ist allerdings noch offen.

Auch die geplante „Mittlere Reife“ sorgt für Gesprächsstoff. Ab 2029 soll sie kommen und sicherstellen, dass Jugendliche grundlegende Fähigkeiten beherrschen. Wie genau das umgesetzt wird, wird derzeit mit Sozialpartnern verhandelt.

Beim Thema Ganztagsschule setzt Wiederkehr auf Wahlfreiheit – räumt aber ein, dass das Angebot vielerorts erst ausgebaut werden muss, berichtet der Kurier. Parallel dazu sollen künftig auch Schuldaten veröffentlicht werden. Ziel sei mehr Transparenz und bessere Vergleichbarkeit.