Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte lediglich, Putin sei über den Brief informiert worden, habe ihn aber noch nicht ausführlich gelesen. Statt eines Treffens ließ der Kreml ausrichten: Selenskyj könne „nach Moskau kommen, wenn er reden möchte“. Ein Vorschlag, den Kiew schon mehrfach kategorisch abgelehnt hat.
„Russland pocht weiter auf seine Forderungen“
Doch damit nicht genug: Während Selenskyj für Waffenruhe und Verhandlungen wirbt, legte Putin beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg nach. Der Kreml-Chef präsentierte sich siegessicher und machte klar, dass Russland weiter auf seine Forderungen pocht. Die Ukraine müsse Gebiete im Donbas aufgeben und Kompromisse akzeptieren.
Drohung mit neuer Superwaffe
Besonders brisant: Putin drohte indirekt mit dem Einsatz einer neuen Superwaffe. Die Hyperschallrakete „Oreschnik“ mit einer Reichweite von mehr als 5000 Kilometern sei bisher nur zu Testzwecken eingesetzt worden. Nun würden die Ergebnisse ausgewertet, um über einen großflächigen Einsatz zu entscheiden. Dabei könnten laut Putin sogar Ziele in Städten ins Visier geraten, schreibt die „Welt“.
Angriff auf NATO-Land „Unsinn“
Gleichzeitig versuchte der Kreml-Chef, Sorgen vor einem Angriff auf die NATO herunterzuspielen. Warnungen aus dem Westen bezeichnete er als „Unsinn“ und „bewusste Provokation“. Russland habe keinen Grund, NATO-Gebiet anzugreifen, behauptete Putin.
Widersprüchliche Angaben
Zugleich erklärte der Politiker, die russischen Truppen würden täglich an der Front vorrücken. Russland habe inzwischen die vollständige Kontrolle über die Region Luhansk sowie 85 Prozent von Donezk und 80 Prozent von Saporischschja übernommen. Westliche und ukrainische Militärexperten weisen hingegen darauf hin, dass sich der russische Vormarsch eher deutlich verlangsamt habe. Selenskyj will Gespräche, Moskau stellt Forderungen – und liefert eine unmissverständliche Raketen-Drohung. Von einem echten Friedenssignal ist der Krieg damit weiter entfernt denn je.

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