„Sein ‚Ich entschuldige mich‘ soll er für sich behalten“, stellte Selenskyj klar. Worte allein würden nicht mehr reichen. Stattdessen müsse Lukaschenko endlich konkrete Schritte setzen und zeigen, dass er es mit einer Deeskalation ernst meine. Seit Beginn des Krieges habe Belarus Russland unterstützt – und genau das sei das Problem.

Kiew sieht Bedrohung aus Belarus - und droht ebenfalls

Hintergrund des neuen Schlagabtauschs sind russische Einrichtungen auf belarussischem Gebiet. Nach ukrainischen Angaben nutzt Moskau dort Relaisstationen, um Drohnenangriffe gegen die Ukraine zu koordinieren. Selenskyj fordert seit Wochen deren Abschaltung – und wird nun noch deutlicher: „Wenn sie es nicht abschalten, werden wir es abschalten.“ Die Warnung kommt nicht von ungefähr. Bereits beim russischen Einmarsch 2022 marschierten Truppen auch von Belarus aus in Richtung Kiew. Seitdem betrachtet die Ukraine das Nachbarland als potenzielle Gefahr und warnt immer wieder vor einer stärkeren Verwicklung Minsks in den Krieg.

Keine Versöhnung

Dabei hatte Lukaschenko zuletzt überraschend versöhnliche Töne angeschlagen. Er forderte Russland und die Ukraine auf, den Krieg zu beenden, und erklärte, die Ukraine habe von Belarus „nichts zu befürchten“. Sogar eine Entschuldigung an Selenskyj sprach er aus. In Kiew kommt das allerdings nicht gut an. Dort erwartet man Taten statt Worte. Die Botschaft des ukrainischen Präsidenten ist unmissverständlich: Solange Belarus russische Aktivitäten auf seinem Staatsgebiet zulässt, wird es keine Entspannung geben. Der nächste Konfliktpunkt zwischen den beiden Nachbarstaaten ist damit bereits vorprogrammiert.