Bei der Eröffnung der 80. Bregenzer Festspiele stellte Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Mittwoch die liberale Demokratie in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Er wünsche sich „ein Österreich, das auf unsere freie, liberale Demokratie nicht nur stolz ist, wenn sie bequem ist“, sagte das Staatsoberhaupt.

Die liberale Demokratie sei eine „tägliche Übung“, betonte Van der Bellen. Freiheit, Gleichheit, Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und Mitmenschlichkeit seien die tragenden Säulen des Landes. Österreich habe gelernt, dass Freiheit, Frieden und Wohlstand keine Selbstverständlichkeit seien. Demokratie verlange zwar Anstrengung, schenke den Menschen dafür aber die Freiheit, ihr Leben selbst zu gestalten.

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Kritik auf Facebook: Vorwürfe der Doppelmoral

In den sozialen Medien stießen Van der Bellens Worte auf wenig Begeisterung. Zahlreiche Kommentatoren warfen dem Bundespräsidenten vor, selbst zur gesellschaftlichen Spaltung beigetragen zu haben. „Auch Sie haben dazu beigetragen, dass das Land gespalten ist und abgewirtschaftet wird! Tolle Leistung!“, schrieb ein Nutzer.

Mehrere Kommentare stellten zudem einen Widerspruch zwischen Van der Bellens Appell für Zusammenhalt und dem politischen Umgang mit der FPÖ her. „Warum wird dann Hass und Hetze von den anderen Parteien gegen die FPÖ betrieben?“, fragte ein User. Andere richteten ihre Kritik gegen die Bundesregierung und warfen ihr vor, die Bevölkerung gegeneinander auszuspielen. „Menschen gegeneinander auszuspielen, darin ist die Regierung spitze“, hieß es in einem weiteren Kommentar.

Vereinzelt fanden Nutzer zwar die Worte des Bundespräsidenten grundsätzlich richtig, bemängelten jedoch den Zeitpunkt seiner Botschaft. „Diese Worte hätten sich die Menschen bereits vor einigen Jahren gewünscht. Vergossene Milch kann man nicht mehr in die Flasche zurückfüllen“, schrieb eine Nutzerin.