Der Fall Henry Nowak hatte in Großbritannien bereits in den vergangenen Tagen für heftige Debatten gesorgt. Der Student war im Dezember in Southampton von dem 23-jährigen Vickrum Digwa erstochen worden. Besonders schockierend: Als die Polizei am Tatort eintraf, wurde der schwer verletzte Nowak zunächst als Verdächtiger behandelt und sogar gefesselt, während sein Angreifer behauptete, Opfer eines rassistischen Übergriffs geworden zu sein.
US-Vizepräsident JD Vance griff den Fall am Freitag auf der Plattform X auf. Er sprach von einem „tragischen und empörenden“ Verbrechen und schrieb: „Henry Nowak starb auf dieselbe Weise, wie eine Zivilisation stirbt: verlassen, von den Behörden gefesselt und eines Hassverbrechens beschuldigt, das er nie begangen hat.“
Wie der Telegraph berichtete, machte Vance dabei ausdrücklich die „Masseneinwanderung von Migranten“ sowie eine von ihm beklagte „Politik des Selbsthasses“ europäischer Eliten für die Entwicklung verantwortlich. Der Republikaner schrieb, Nowak würde heute noch leben, wenn westliche Staaten dieser Entwicklung entschlossener entgegengetreten wären. Vance sprach von einer berechtigten Wut über den Tod des jungen Briten und warnte, Henry Nowak werde möglicherweise nicht das letzte Opfer einer solchen Entwicklung sein.
Zusätzlichen Zündstoff erhält die Debatte durch Vorwürfe einer „Zwei-Klassen-Polizei“. Bereits zuvor hatte das US-Außenministerium den Umgang der Behörden mit dem Fall kritisiert und von Anzeichen eines zivilisatorischen Niedergangs gesprochen.
London kontert scharf
Die britische Regierung reagierte deutlich auf die Aussagen aus Washington. Laut AP News erklärte das Büro von Premierminister Keir Starmer, man habe in den vergangenen Tagen erlebt, wie Personen versuchten, „in unsere Demokratie einzugreifen und Spaltung auf unseren Straßen zu schüren“.
In einer Stellungnahme erinnerte die Downing Street zudem daran, dass die Familie des Getöteten mehrfach darum gebeten habe, den Fall nicht für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Die Regierung betonte, die Wünsche der Angehörigen müssten respektiert werden.
„Unsere Politik sollte Menschen zusammenbringen – selbst unter den schrecklichsten Umständen. Das macht unser Land aus“, hieß es aus dem Amtssitz des Premierministers.

Kommentare
Lädt Kommentare...