Der gescheiterte Putschversuch in der SPÖ Niederösterreich nimmt immer skurrilere Züge an. Wie das Wirtschaftsmagazin trend berichtet, verschickte Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig ihre entscheidende E-Mail an Parteifreunde ausgerechnet von einem privaten Account – mit Folgen. Während im Hintergrund bereits an einem Sturz des Landesparteichefs Sven Hergovich gearbeitet wurde, hielten manche Empfänger die Nachricht zunächst für einen Fake. Der Vorfall wirft ein bezeichnendes Licht auf die internen Abläufe und die Professionalität des Vorgehens.

Mail aus privatem Account sorgt für Stirnrunzeln

Das Magazin trend liefert neue Details zum internen Machtkampf in der SPÖ Niederösterreich. Demnach verschickte Ulrike Königsberger-Ludwig ihre entscheidende E-Mail an rund 120 Mitglieder des Landesparteivorstands über ihren privaten Account.

Dabei sorgte der Absender „ulrike.ludwig68“ offenbar für Verwirrung. So landete die Nachricht bei einigen Empfängern zunächst im Spam-Ordner und andere hielten sie sogar für eine Fälschung.

Offene Kampfansage per Mail

In der Nachricht machte Königsberger-Ludwig ihre Ambitionen unmissverständlich klar: „Ja, ich kandidiere für den Parteivorsitz der SPÖ Niederösterreich.“

Zugleich versuchte sie, die aktuelle Situation innerhalb der Partei zu erklären, und sprach von einer „sehr schwierigen“ sowie „angespannten“ Lage. Ihr Ziel sei es, „wieder mehr Ruhe und Zusammenhalt in die SPÖ Niederösterreich zu bringen“. Doch der Versuch, den Machtwechsel intern zu organisieren, geriet rasch ins Stocken – nicht zuletzt aufgrund der Art der Kommunikation.

Hinter den Kulissen wächst der Widerstand

Wie trend-Kolumnist Josef Votzi berichtet, wurde hinter den Kulissen intensiv vermittelt. Auch SPÖ-Granden wie Doris Bures sollen eingegriffen haben, um eine Eskalation zu verhindern.

Am Ende zog Königsberger-Ludwig zurück. Die Einigung: Sven Hergovich bleibt Parteichef und soll 2028 als Spitzenkandidat antreten; Königsberger-Ludwig wird seine Stellvertreterin. Nach außen gaben sich beide versöhnlich und betonten, man wolle gemeinsam „an einem Strang ziehen“.

„Operetten-Putsch“ und harsche Kritik

Wie wenig durchdacht der Vorstoß war, zeigt sich auch in den Reaktionen aus der Partei. Ein Beobachter wird im „trend“ deutlich: „Sie ist rasch draufgekommen, dass sie mit ihrem Operetten-Putsch nur scheitern kann.“ Ein weiterer Insider meint laut dem trend-Bericht, Königsberger-Ludwig sei „sehr ansprechbar“ für einen Plan gewesen, Hergovich zu stürzen.

Parallel dazu kämpft die Staatssekretärin mit schwachen Umfragewerten. Im Heute-Politbarometer sind nur 11 Prozent der Befragten positiv auf sie aufmerksam geworden, während 44 Prozent sie nicht einmal kennen.