Im Zentrum der Debatte steht die OMV. Der Konzern argumentiert, die staatlich erwartete Preisreduktion beim importierten Diesel sei wirtschaftlich kaum darstellbar. Böheim relativiert diese Darstellung jedoch deutlich: Die OMV sei „ein hochprofitabler Konzern und es wäre natürlich möglich, das aus vorhandenen Gewinnen und Rücklagen zu bedienen“. Gleichzeitig verweist er darauf, dass der ökonomische Begriff eines „angemessenen Gewinns“ nicht existiere – entscheidend sei, was der Markt zulasse. Dass ein teilstaatliches Unternehmen hier so offensiv in die Konfrontation gehe, sei für ihn Teil eines „politökonomischen Dramas“ und „typisch Österreich“.

OMV-Chefwechsel verschärft die Lage

Auch die politische Gegenstrategie sieht Böheim kritisch eingegrenzt. Von staatlich verordneten Höchstpreisen, wie sie in Nachbarländern diskutiert oder umgesetzt werden, hält er wenig. Eine solche Regulierung könne im Extremfall dazu führen, dass „gar kein Sprit an die Tankstellen geliefert werde“. Gleichzeitig fehle Österreich der finanzielle Spielraum für große Entlastungen: Der Finanzminister habe ein „Monsterdefizit“ zu bewältigen. Deshalb werde, so Böheim, lediglich „ein bisschen die Mineralölsteuer gesenkt“. Zusätzlich würden auch die Gewinnmargen gedrückt – doch die Mineralölkonzerne zeigten der Politik dabei „die lange Nase“.

Einen zusätzlichen Konfliktpunkt sieht Böheim in der Führung der OMV. Der aktuelle CEO Alfred Stern sei nicht verlängert worden. Dadurch entstehe eine besondere Dynamik: Stern nehme sich nun, so der Ökonom, „die Freiheit, auf hart zu spielen. Das ist schon ein bisschen eine Blamage, dass das passiert.“