Der Kanzler wird von einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation sowie von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) begleitet. Dieser hatte seine Reise bereits am Wochenende in der westindischen Finanzmetropole Mumbai (Bombay) begonnen.

Österreich sieht in dem bevölkerungsreichsten Land der Welt einen „wirtschaftlich, strategisch und politisch äußerst wichtigen Partner”, hieß es aus dem Kanzleramt. Stocker hatte die Reise in seiner Neujahrsrede Ende Jänner angekündigt. Mit Visiten in Indien, China und den Vereinigten Arabischen Emiraten will er sich dieses Jahr als „Türöffner” für heimische Exportunternehmen betätigen. Die österreichischen Handelsbeziehungen zu Indien entwickeln sich äußerst dynamisch. Während die weltweiten Exporte österreichischer Unternehmen im Vorjahr um 0,5 Prozent zurückgingen, stiegen sie nach Indien um 13,6 Prozent.

Mehr als 60 Unternehmen in Delegation

Die österreichische Delegation besteht aus Vertretern von mehr als 60 Unternehmen, darunter Top-Konzerne wie Wienerberger, Andritz Hydro, Doppelmayr, Plasser & Theurer und AVL List, sowie mehreren Hochschulen (Montanuniversität Leoben, TU Wien, JKU Linz). Andritz konnte im Rahmen der Reise bereits einen Auftrag im niedrigen dreistelligen Millionenbereich akquirieren: Der steirische Anlagenbauer soll das größte Pumpspeicherkraftwerk Indiens mit Turbinen ausrüsten.

Der Kanzler kam am späten Dienstagabend (Ortszeit) in Neu-Delhi an. Am Donnerstag wird er von seinem Amtskollegen Narendra Modi empfangen. Dabei ist die Unterzeichnung mehrerer Absichtserklärungen geplant, um die bilaterale Zusammenarbeit zu stärken. Außerdem findet ein Wirtschaftsgipfel statt. Am Freitag besichtigt der Kanzler Projekte österreichischer Unternehmen und trifft sich mit indischen Managern, ehe er am Samstag wieder in Österreich erwartet wird.