Während die SPÖ in einer aktuellen Presseaussendung scharfe Kritik an der FPÖ übt und ihr „70 Jahre Chaos und rechte Packeleien“ vorwirft, sieht sich die Partei auch durch eine ORF-Dokumentation massiv angegriffen – und spricht von gezielter Propaganda.
FPÖ kritisiert ORF-Dokumentation
Eine ORF-Sendung sorgt für heftige Reaktionen bei den Freiheitlichen. Die „ZIB 2 History: 70 Jahre FPÖ – Aufstieg des Dritten Lagers“ stößt bei FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker auf scharfe Kritik. Er bezeichnet die Produktion als „Skandal von der ersten bis zur letzten Minute“ und spricht von einer „Pseudo-Dokumentation“.
Hafenecker wirft dem ORF vor, einmal mehr seine Rolle als „Systempropagandafunk und Anti-FPÖ-Agitationsorgan“ unter Beweis gestellt zu haben. Besonders kritisiert er eine aus seiner Sicht einseitige Darstellung: Die Sendung habe versucht, übermäßig Verbindungen zum Nationalsozialismus herzustellen, während kritische Stimmen gegenüber der FPÖ dominiert hätten. Als Beispiel nennt er Auftritte von Journalisten, die er als „ausgewiesene FPÖ-Hasser“ bezeichnet.
Für den FPÖ-Generalsekretär ist die Sendung ein „Bilderbuchbeispiel für Negativ-Framing“. Vor allem stößt ihm auf, dass positive Beiträge der FPÖ zur politischen Entwicklung Österreichs nicht erwähnt worden seien. So habe die Partei etwa eine zentrale Rolle beim Aufbrechen des jahrzehntelangen Proporzsystems von SPÖ und ÖVP gespielt.
Hafenecker widersprach zudem dem Vorwurf, die FPÖ sei allein als Sammelbecken ehemaliger Nationalsozialisten gegründet worden. Er verwies dazu auf NS-Vergangenheiten auch in SPÖ und ÖVP und nannte etwa den burgenländischen SPÖ-Landeshauptmann Theodor Kery, den früheren NS-Euthanasiearzt Heinrich Gross, den ÖVP-Politiker Karl Schleinzer sowie Franz Murer. Auch mehrere SPÖ-Bundesminister der 1970er Jahre sowie weitere Politiker, „von C wie Czettel Hans bis W wie Wallnöfer Eduard“, wurden in der Aussendung erwähnt.
Die Freiheitlichen sehen die ORF-Dokumentation daher als Teil eines einseitigen politischen Narrativs gegen die Partei. Hafenecker zeigt sich jedoch überzeugt, dass diese Darstellung zunehmend an Wirkung verliere: „Die Menschen haben diese Propagandaleier längst durchschaut.“
SPÖ übt ebenfalls Kritik
Auch die SPÖ äußert sich ähnlich wie der ORF zur FPÖ. Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim erklärte am Dienstag, die Partei stehe „seit 70 Jahren auf der falschen Seite“ und sei von Beginn an deutschnational geprägt gewesen. Parteichef Herbert Kickl und seine Mitstreiter würden „Hass und Hetze verbreiten“, „demokratische Institutionen attackieren“ und „rechtsextreme Gruppen hofieren“.

Kommentare
Lädt Kommentare...