Er sehe das nicht als de facto Anerkennung der afghanischen Machthaber. Man würde den Taliban “nichts geben”.

Ursprung der Gespräche sei ein Brief von zwanzig EU-Mitgliedsstaaten, die die EU-Kommission darin gebeten haben, Gespräche auf technischer Ebene mit den Taliban in die Wege zu leiten. Es gehe nicht um ein Abkommen. Man habe die Taliban lediglich an ihre Verpflichtung erinnert, Straftäter zurückzunehmen, meinte der ehemalige österreichische Finanzminister.

Kritik von afghanischer Botschafterin

Deutliche Kritik an dem Treffen übte auch die afghanische Botschafterin in Österreich, Manizha Bakhtari. “Warum muss man sie gleich nach Brüssel einladen? Wenn schon ein Treffen nötig ist, dann hätte man es doch in Afghanistan, einem Nachbarstaat oder Katar abhalten können, wo die Taliban ein Büro unterhalten”, sagte sie in einem Interview mit der ZiB2 des ORF am Mittwochabend. Bakthari bekannte sie zugleich zu einer geordneten Asylpolitik. “Ich möchte sagen, dass wir jede Anstrengung fördern können, die auf Prinzipien beruht und Menschenrechte im Zentrum hat und nicht politische Normalisierung”, so die Diplomatin.