Fragwürdige Darstellung
Doch inzwischen bricht diese Darstellung Stück für Stück zusammen. Denn: Das angebliche Telefonat mit Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg gab es laut Senat gar nicht. Auch das Gespräch mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat offenbar nie stattgefunden – das Kanzleramt widersprach schriftlich, schreibt die Berliner Zeitung.
Tennismatch während Blackout?
Übrig geblieben sein sollen laut Berichten nur sechs SMS. Gleichzeitig tauchte plötzlich ein brisanter Termin auf: Während Berlin im Chaos versank, soll Wegner mittags eine Stunde lang Tennis gespielt haben. Die Senatskanzlei kannte den Sporttermin zunächst nicht und ordnete ihn dann als „privat“ ein. Im Berliner Abgeordnetenhaus eskalierte der Streit nun völlig. Opposition und sogar Koalitionspolitiker werfen dem Senat vor, Fragen auszuweichen und Antworten zu verweigern. Besonders pikant: Wegner erklärte im Parlament lediglich, er sei „im Austausch mit dem Bundeskanzleramt“ gewesen – konkrete Belege blieb er schuldig.
„Öffentlich unbeantwortete Fragen“
Ein Satz sorgt dabei jetzt besonders für Aufsehen. Im Wortprotokoll heißt es plötzlich: „Von daher sind die Fragen öffentlich unbeantwortet.“ Für Kritiker ist das längst mehr als nur ein Kommunikationsproblem. Hinter den Kulissen wird bereits offen gefragt, ob der Bürgermeister am Krisentag überhaupt handlungsfähig war – und warum das offenbar um jeden Preis verborgen bleiben soll. Vielleicht ein Versprecher, aber einer der zeigt: Der Regierungschef von Berlin sagt inzwischen einfach irgendwas, nachdem er irgendetwas getan hat. Irgendwie. Der politische Schaden wächst täglich. Vier Monate vor der Wahl steckt das Rote Rathaus mitten in einer schweren Vertrauenskrise.

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