Besonders laut kommt der Widerstand aus Tirol. Dort schießt Landeshauptmann Anton Mattle scharf gegen den Vorstoß des NEOS-Ministers. Sein Urteil: praktisch nicht umsetzbar! Der Grund? Ganz simpel – und explosiv zugleich: Platzmangel, wie die Tiroler Tageszeitung berichtet. Viele Volksschulen seien für vier Jahrgänge gebaut worden. Zwei zusätzliche Klassen? Laut Mattle schlicht nicht unterzubringen. „Auf Anordnung passen keine sechs Jahrgänge hinein“, lautet die klare Ansage aus Tirol.
Gemeinden ächzen
Auch anderswo schrillen die Alarmglocken. Karl-Josef Schubert, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes, warnt vor massiven Umbaukosten. Neue Klassen, größere Gebäude, teure Sanierungen – das könnten viele Gemeinden unmöglich allein stemmen. Die Forderung an Wien: Wenn der Plan kommt, dann soll der Bund zahlen.
Ein gescheiterter Traum?
Doch damit nicht genug: Auch die FPÖ in Person von Bildungssprecher Hermann Brückl geht auf die Barrikaden. Dort spricht man bereits vom „gescheiterten Traum der Linken“ und warnt vor einer versteckten Gesamtschule. Trotz des politischen Gegenwinds bleibt Wiederkehr hart. Der Minister verweist auf internationale Vorbilder wie die Schweiz und ist überzeugt: Längeres gemeinsames Lernen bringe mehr Chancengerechtigkeit – und bessere Leistungen. Hinter den Kulissen wird bereits an ersten Pilotprojekten gearbeitet. Doch eines ist jetzt schon klar: Aus einer Schulreform ist längst ein handfester Politstreit geworden.

Kommentare
Lädt Kommentare...