Der Wiener Dompfarrer Toni Faber könnte bald Geschichte sein. Der neue Erzbischof Josef Grünwidl will Österreichs wohl berühmtesten Priester im kommenden Jahr in Pension schicken, heißt es in einem Artikel der Tageszeitung Die Presse. Derzeit laufen „ernste Gespräche“ zwischen dem 64-jährigen Faber und Grünwidl. „Beim Zölibat hat er (Toni Faber, Anm.) aber eine Lösung gefunden, mit der ich mir schwertue. Wir sind im Gespräch, um eine Lösung zu finden”, sagte der Erzbischof in einem Interview mit der Tiroler Tageszeitung im April.

Viele würden durch Faber wieder zur Kirche finden
Die öffentliche Meinung dazu ist gespalten, wie man in den Kommentaren unter Artikeln über die Causa Faber lesen kann. Auf Facebook meldete sich jetzt Harald R. Preyer, der sich als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Dompfarre St. Stephan bezeichnet, zu Wort. Er verteidigt seinen Pfarrer. „Ich spüre sein besonderes Charisma für Beziehungen zu Menschen“, schreibt er am Dienstag in einem Facebook-Post. Faber habe „für alle ein offenes Ohr“ und spende die Sakramente „so liebevoll und herzlich, dass selbst Ausgetretene von ihm gesegnet werden wollen“. Viele Menschen fänden dadurch wieder in die Kirche zurück, meint Preyer.
Kirchliche Führung sei derzeit „ganz wunderbar“
Der kirchliche Mitarbeiter findet die derzeitige Führung der Kirche generell „ganz wunderbar“. Preyer beendet seinen Eintrag mit den Worten: „Ich persönlich kann mir keinen besseren Dompfarrer in Wien vorstellen als Toni Faber“.
Medienberichten zufolge ist es aber gut möglich, dass Toni Faber weiterhin als Priester eingesetzt bleibt. Demnach würde er lediglich als Leiter der Dompfarre zurücktreten.
Klar, dass es sich um mehr als Freundschaft handelt
In der katholischen Kirche ist es nicht unüblich, dass Priester bis zum 70. oder sogar 75. Lebensjahr im Dienst bleiben – vor allem auch wegen des Priestermangels. Der Grund für das Vorgehen des neuen Erzbischofs: Toni Faber hat eine Freundin. Mit seiner, laut Eigendefinition, „guten Freundin“ Natalie Nemec ließ er sich zum Beispiel drei Mal am Opernball, aber auch auf diversen anderen Events und Eröffnungen, blicken. Zwar bezeichnete der Dompfarrer von St. Stephan Nemec nie als seine Partnerin oder Lebensgefährtin. Doch da er sich stets von Fotografen mit ihr ablichten ließ, dürfte klar sein, dass es sich um mehr als nur Freundschaft handelt. Gegenüber dem ORF sagte er einmal: „Ich entscheide mich für eine ganz konkrete Person als meine ständige Begleitung und dafür steht Natalie mit mir gemeinsam vor der Kamera. Aber ich bin froh, dass ansonsten das Persönliche und Diskrete nicht in der Öffentlichkeit publiziert wird.“
Katholische Priester sind an den Zölibat gebunden
Laut Lehre der katholischen Kirche ist es Priestern nicht erlaubt, Liebesbeziehungen zu führen, weil das gegen den Zölibat verstößt. Dieses Gebot leitet die Kirche direkt auf Jesus Christus zurück. Auch er lebte ehelos und zölibatär – also ohne Partnerin und Sex

Kommentare
Lädt Kommentare...