Die Bürgermeisterin von Boston, Michelle Wu, steht erneut im Zentrum einer politischen Debatte. Ausgerechnet in einer Zeit, in der die US-Metropole mit einem Millionenloch im Budget kämpft, bewirbt ihr LGBTQ-Büro eine Veranstaltung unter dem Titel „Trans Period Pride“.
Das Event soll Mitte Juni in einer Bibliothek stattfinden und sich mit den Erfahrungen von Transpersonen rund um das Thema Menstruation beschäftigen. Neben Diskussionsrunden werden den Teilnehmern laut Ankündigung auch Verpflegung und kostenlose Perioden-Unterwäsche angeboten.
Millionenloch - und neue Aufregung
Kritiker werfen Wu vor, sich zu stark auf progressive Gesellschaftsthemen zu konzentrieren, während die Stadt gleichzeitig mit finanziellen Problemen kämpft. Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass im Budget ein Defizit von rund 50 Millionen Dollar klafft. Auch im Schulbereich drohen Einsparungen und Personalprobleme.
Gutscheine für Yoga und Massagen
Für zusätzlichen Wirbel sorgte zuletzt ein Förderprogramm für einkommensschwache LGBTQ-Migranten und Asylwerber. Dabei wurden Gutscheine für Wellness-Angebote wie Yoga, Massagen oder Fitnessstudio-Mitgliedschaften vergeben. Gegner sehen darin eine fragwürdige Prioritätensetzung angesichts der angespannten Finanzlage, schreibt die „Daily Mail“.

Bürgermeisterin polarisiert
Wu gilt als eine der bekanntesten Vertreterinnen des linken Flügels der Demokraten. Während ihre Unterstützer sie für ihren Einsatz für Minderheiten und soziale Projekte loben, werfen ihr Kritiker vor, den Kontakt zu den Alltagsproblemen vieler Bürger verloren zu haben. Auch politisch musste die 41-Jährige zuletzt Rückschläge einstecken. Bei öffentlichen Auftritten wurde sie gemeinsam mit der Gouverneurin von Massachusetts ausgebuht. Zudem sorgte ihre Absage eines traditionsreichen St.-Patrick’s-Day-Empfangs für Diskussionen.
Zustimmung bleibt stabil - trotz Kritik
Trotz aller Kontroversen soll Wu in Umfragen weiterhin relativ stark dastehen. Laut einer Erhebung billigen rund zwei Drittel der Wähler ihre Arbeit als Bürgermeisterin – obwohl kritische Stimmen dank umstrittener Events wie der „Trans Period Pride“ nicht leiser werden.

Kommentare
Lädt Kommentare...