Im Zentrum der Debatte steht das hochentwickelte Modell „Mythos Preview“. Laut Berichten wird es aktuell von der National Security Agency eingesetzt – Und dass, obwohl das United States Department of Defense den Anbieter offiziell als „Lieferkettenrisiko“ eingestuft hat.

Reuters zufolge, deuten Insiderberichte darauf hin, dass der Einsatz von Mythos innerhalb der Sicherheitsbehörden sogar weiter ausgeweitet wird. Eine unabhängige Bestätigung steht noch aus. Weder Anthropic noch die beteiligten Behörden äußerten sich bislang öffentlich zu den Vorgängen.

Politische Wende in Washington – plötzlich wieder Dialog

Parallel dazu scheint sich auch auf politischer Ebene etwas zu verschieben. Nach dem offenen Konflikt zwischen Regierung und Unternehmen Anfang des Jahres gab es zuletzt wieder Gespräche zwischen der US-Regierung und Anthropic.

Berichten zufolge traf sich die Administration von Donald Trump mit CEO Dario Amodei, um erstmals seit Monaten über eine mögliche Zusammenarbeit zu sprechen. Diese Annäherung kommt überraschend – insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten Sicherheitsbedenken.

Memo enthüllt Pläne – KI für zentrale Behörden vorgesehen

Noch brisanter sind interne Dokumente, die auf eine weitreichende Nutzung hindeuten. Ein Memo aus dem Office of Management and Budget soll mehrere Schlüsselministerien über geplante Schritte informiert haben.

Demnach könnten das Verteidigungs-, Finanz-, Handels-, Innen-, Justiz- und Außenministerium künftig Zugriff auf eine speziell gesicherte Version von Mythos erhalten. Schutzmechanismen für den Einsatz sollen derzeit vorbereitet werden.

Die Umsetzung könnte bereits in den kommenden Wochen erfolgen – auch wenn die endgültige Entscheidung offenbar noch aussteht.

Ein Modell, das Experten alarmiert

Besonders kontrovers ist die technische Leistungsfähigkeit von Mythos. Sicherheitsforscher warnen, dass das System weit über klassische KI-Anwendungen hinausgeht.

Demnach sei das Modell in der Lage, sogenannte Zero-Day-Schwachstellen eigenständig zu identifizieren und auszunutzen – also bislang unbekannte Sicherheitslücken in verbreiteter Software, für die noch keine Schutzmaßnahmen existieren.

Diese Fähigkeit könnte enorme Vorteile für staatliche Sicherheitsbehörden bieten – birgt jedoch gleichzeitig erhebliche Risiken, sollte die Technologie in falsche Hände geraten oder unkontrolliert eingesetzt werden.