Trump ließ jedoch viele Details zum Ablauf der Initiative offen. Der Iran warnte die USA umgehend vor Aktionen in der strategisch wichtigen Meerenge.
Vor Kriegsbeginn hatten Tanker etwa ein Fünftel der weltweit gehandelten Menge an Öl und Flüssiggas durch die Straße von Hormuz transportiert. Seit Kriegsbeginn kontrolliert der Iran die Meerenge und hat den Schiffsverkehr mit Drohungen und Angriffen praktisch zum Erliegen gebracht. Die USA wiederum haben eine Seeblockade gegen Schiffe verhängt, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Aktuell gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe, doch bei den diplomatischen Bemühungen ist bisher kein Durchbruch in Sicht.
Trump begründete seine Initiative damit, dass Länder aus der ganzen Welt die USA darum gebeten hätten, ihnen dabei zu helfen, ihre Schiffe zu befreien. Den betroffenen Ländern habe man mitgeteilt, dass die USA ihre Schiffe sicher aus den blockierten Wasserstraßen herausführen werden, damit sie ihre Geschäfte unbehindert fortsetzen können. Es handele sich dabei um Schiffe aus Regionen, die nicht in den Iran-Krieg verwickelt seien. „Sie sind lediglich neutrale und unschuldige Dritte!” Trump sprach auch von einer „humanitären Geste”. Auf vielen Schiffen gingen Lebensmittel und andere Dinge, die für gesunde und hygienische Zustände an Bord notwendig sind, zur Neige.
Bericht: Aktuell keine Eskorten durch US-Kriegsschiffe geplant
Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom teilte auf der Plattform X mit, dass US-Streitkräfte Trumps Initiative unterstützen würden. Konkret sollen demnach Lenkwaffenzerstörer, mehr als 100 Fluggeräte, unbemannte Plattformen sowie 15.000 Soldaten das “Projekt Freiheit” unterstützen. Was ihre konkrete Aufgabe sein soll, wurde nicht erläutert.
Das “Wall Street Journal” berichtete unter Berufung auf zwei hochrangige US-Beamte, dass es sich bei dem Projekt um die Einrichtung einer Koordinierungsstelle zur Regelung des Schiffsverkehrs durch die Meerenge handeln soll. Aktuell sieht die Initiative demnach nicht vor, dass Kriegsschiffe der US-Marine Schiffe durch die Straße von Hormuz eskortieren.
Trumps jüngster Plan ziele darauf ab, Minen zu orten und diese Informationen an Schiffe weiterzugeben, die die Meerenge passieren, damit sie diese Gefahren umgehen könnten. Auch abgesehen davon sollten allgemein die sichersten Routen für die Schifffahrt ermittelt werden, hieß es.
Iran weist Einmischung der USA zurück
Der Iran verbat sich dagegen jedwede amerikanische Einmischung in der Meerenge. Eine solche Einmischung würde als Verstoß gegen die Waffenruhe betrachtet, schrieb Ebrahim Azizi, der Leiter der Sicherheitskommission im Parlament, auf der Plattform X. Die Straße von Hormuz und der Persische Golf würden nicht durch „Trumps wahnhafte Beiträge gesteuert”.
In seinem Post äußerte sich der US-Präsident auch zu den Verhandlungen mit dem Iran: „Ich bin mir voll und ganz bewusst, dass meine Vertreter sehr positive Gespräche mit dem Iran führen und dass diese Gespräche zu etwas sehr Positivem für alle führen könnten.”
Noch nicht einmal 24 Stunden zuvor hatte sich Trump mit Blick auf die Verhandlungen mit dem Iran skeptisch geäußert. Der Iran hatte in den Bemühungen um ein Ende des Kriegs jüngst einen neuen Vorschlag übermittelt. In einer ersten Reaktion, in der er die Prüfung des iranischen Vorschlags ankündigte, sagte Trump, er könne sich nicht vorstellen, dass der iranische Vorschlag akzeptabel sein werde. Zugleich warnte der US-Präsident, es bestehe weiterhin die Möglichkeit eines Angriffs auf den Iran, sollte sich die iranische Führung in seinen Augen falsch verhalten.
Weitere Angriffe auf Schiffe
In den Verhandlungen mit Teheran drängen die USA seit Längerem auch auf eine Öffnung der weitgehend blockierten Straße von Hormus – bislang allerdings ohne Erfolg. Erst am Sonntag meldete die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) erneut Angriffe auf Schiffe in der Meerenge.
Demnach habe der Kapitän eines nordwärts fahrenden Massengutfrachters einen Angriff mehrerer kleiner Boote gemeldet. Dies teilte die Behörde auf der Plattform X mit. Der Vorfall ereignete sich demnach elf Seemeilen westlich der iranischen Stadt Sirik.
Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete wiederum, dass ein Schiff auf Anordnung der iranischen Marine gestoppt wurde, um Dokumente zu prüfen. Diese Maßnahme sei im Rahmen von Überwachungsverfahren erfolgt. Von einem Angriff war nicht die Rede.
Später teilte UKTMO mit, dass erneut ein Schiff in der Meerenge angegriffen und von „unbekannten Projektilen” getroffen worden sei. Der Vorfall ereignete sich demnach am Sonntagabend rund 145 Kilometer nördlich von Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bei beiden Vorfällen seien die Besatzungen in Sicherheit und es seien keine Auswirkungen auf die Umwelt gemeldet worden.

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