Die Flüchtlingspolitik der Vereinigten Staaten hat sich unter Präsident Donald Trump deutlich verändert. Neue Zahlen zeigen, dass seit Herbst 2025 nahezu ausschließlich weiße Südafrikaner im Rahmen des US-Resettlement-Programms aufgenommen wurden – ein Schritt, der international für Aufmerksamkeit sorgt.

Wie AFP berichtete, wurden seit Oktober insgesamt 4.499 Flüchtlinge in den USA angesiedelt. Nur drei von ihnen stammen nicht aus Südafrika. Damit konzentriert sich die Aufnahme nahezu vollständig auf die Gruppe der sogenannten Afrikaaner, Nachfahren europäischer Siedler am Kap.

Deutliche Verschiebung bei der Aufnahme

Die Zahlen markieren einen klaren Bruch mit der bisherigen Praxis. Laut KNA hatten die USA im Jahr davor noch rund 125.000 Flüchtlinge aus 85 Ländern aufgenommen. Unter Trump wurde die Obergrenze hingegen drastisch reduziert – auf nur noch 7.500 Personen pro Jahr.

Gleichzeitig wurde eine gezielte Ausnahme für weiße Südafrikaner geschaffen. Allein in den Monaten Februar und März 2026 kamen mehr als 2.800 Menschen aus Südafrika in die USA. Insgesamt leben die Neuankömmlinge inzwischen verteilt auf 48 Bundesstaaten, mit einem Schwerpunkt unter anderem in Texas.

Politischer Hintergrund

Die US-Regierung begründet den Schritt mit Berichten über Benachteiligung, einem raueren politischen Klima und Gewalt gegen Teile der afrikaanssprachigen Minderheit in Südafrika. Dabei wird in den USA nicht nur auf die Debatte um Eigentumsrechte verwiesen, sondern auch auf konkrete Entwicklungen, die in afrikaanischen Kreisen als Alarmsignal gelten. Dazu zählt etwa die juristische Entscheidung in Südafrika, den Slogan „Kill the Boer“ nicht als Hate Speech zu werten. Hinzu kommen immer wieder tödliche Überfälle auf Farmen, etwa der Fall des 77-jährigen Farmers Attie Mahne, der Ende 2025 in Limpopo bei einem Überfall auf seinem Anwesen getötet wurde.

Präsident Trump hatte bereits 2025 erklärt, weiße Südafrikaner seien aus Sicht Washingtons besonders schutzbedürftig, und kündigte entsprechende Aufnahmeprogramme an. Wie KNA berichtete, verschärften sich die Spannungen zwischen Washington und Pretoria vor allem durch das neue südafrikanische Enteignungsgesetz, das historische Ungleichgewichte korrigieren soll. Kritiker sehen darin jedoch ein problematisches Signal für die Sicherheit von Eigentumsrechten. Laut OkayAfrica verweisen Beobachter daneben auch auf das politische und gesellschaftliche Klima im Land, das von Teilen der afrikaanssprachigen Minderheit zunehmend als feindselig wahrgenommen wird.