”Die NATO war nicht da, als wir sie brauchten, und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen”, schrieb er in Großbuchstaben auf seiner Plattform Truth Social nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte am Mittwoch (Ortszeit) in Washington.

Die Verbündeten sollten sich an Grönland erinnern, das er als “großes, schlecht verwaltetes Stück Eis” bezeichnete. Die Arktisinsel, die sich Trump noch Anfang des Jahres für die USA einverleiben wollte, gehört zum Gebiet des NATO-Partners Dänemark.

Trump hatte die NATO-Verbündeten unter anderem aufgefordert, die USA bei der Sicherung der Straße von Hormuz zu unterstützen. Diese hielten sich allerdings angesichts der laufenden Kampfhandlungen mit Zusagen zurück. Der Iran hatte die Meerenge Anfang März als Reaktion auf die Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels blockiert. Der Transport von Öl- und Flüssiggas aus dem Persischen Golf durch die Straße von Hormuz war damit praktisch nicht mehr möglich, die Weltmarktpreise stiegen rasant an.

Treffen Trump-Rutte

Trump hat die seiner Ansicht nach mangelnde Unterstützung der NATO-Partner für den Krieg gegen den Iran wiederholt kritisiert. Der US-Senat müsste einem NATO-Austritt aber mit Zweidrittelmehrheit zustimmen.

Am Mittwoch (Ortszeit) traf sich Trump im Weißen Haus mit NATO-Generalsekretär Rutte. Dieser sagte dem US-Sender CNN nach der Unterredung, es sei klar, dass Trump “eindeutig enttäuscht” sei über das transatlantische Bündnis und mehrere Partnerstaaten. Rutte beschrieb das Treffen mit Trump als “sehr offene Diskussion zwischen zwei Freunden”.

US-Militärbase in Europa könnten geschlossen werden

Die Begegnung Trump-Rutte fand anders als üblich unter Ausschluss der Presse statt. Um die NATO für ihre Haltung im Iran-Krieg “zu bestrafen”, erwägt die Trump-Regierung nach Angaben des Wall Street Journal einen Truppenabzug aus Ländern, die die US-Offensive gegen den Iran nicht unterstützt haben. Die Soldaten könnten in Staaten verlegt werden, die als kooperativer eingeschätzt würden, berichtete das Blatt unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsvertreter. Dies sei einer von mehreren diskutierten Plänen, um die Partner zu maßregeln, hieß es. Möglicherweise könnte in Deutschland oder in Spanien eine US-Militärbasis geschlossen werden.