„Letztlich wird der Zeitplan vom Oberbefehlshaber festgelegt“, sagte Leavitt.

Zuvor hatten das Nachrichtenportal Axios und der Sender Fox News berichtet, Trump wolle der iranischen Führung nur wenige Tage geben, um sich auf einen gemeinsamen Vorschlag zur Beilegung des Krieges zu verständigen. Er sei bereit, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern, hieß es in den Berichten.

Auf die Beschlagnahmung zweier Schiffe durch den Iran angesprochen, sagte Leavitt dem Sender Fox News zudem, Trump werte dies nicht als Verstoß gegen die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. „Nein, denn es handelte sich weder um amerikanische noch um israelische Schiffe. Es handelte sich um zwei internationale Schiffe“, sagte Leavitt.

Kurz vor dem Ablaufen der Waffenruhe mit dem Iran hatte Trump Teheran mehr Zeit für eine Verhandlungslösung gegeben und die Feuerpause einseitig verlängert. Die Waffen sollen schweigen, bis die iranische Führung mit einem geeinten Vorschlag an den Tisch komme, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Eine neue Frist setzte er nicht.

Iran: Seeblockade Verstoß gegen Feuerpause

Angesichts der von Trump einseitig verlängerten Waffenruhe bekräftigt der Iran, dass die US-Seeblockade einen Verstoß gegen die Feuerpause darstelle. Die Öffnung der Straße von Hormus sei nicht möglich, wenn es zu solchen „schweren Verstößen gegen die Waffenruhe” komme, schrieb Irans Verhandlungsführer und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Qalibaf auf der Plattform X.

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim hat der Iran weiterhin keine Pläne, an Friedensgesprächen mit den USA teilzunehmen. US-Medien hatten zuvor berichtet, dass es am Freitag eine neue Verhandlungsrunde geben könnte.

Trump hatte zuvor erklärt, die USA hätten mit der Verlängerung der Feuerpause einer Bitte pakistanischer Vermittler entsprochen. Die iranischen Revolutionsgarden forderten im Anschluss allerdings erhöhte Wachsamkeit. Man sei auf dem „Höhepunkt der Bereitschaft” zur Fortsetzung der Kämpfe. Am Mittwoch drohten sie mit „vernichtenden und für den Feind unvorstellbaren Schlägen”.

Die politische Führung des Iran hat sich bisher nicht zur Feuerpause geäußert. In Teheran herrscht großes Misstrauen gegenüber der Regierung in Washington. Ein Berater des iranischen Parlamentspräsidenten Qalibaf bezeichnete Trumps Vorstoß als möglichen Trick.

Unklar, ob Gespräche weitergehen

Ob der Iran nach Ablauf der zweiwöchigen Feuerpause zu weiteren Friedensgesprächen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad bereit ist, blieb unklar. US-Vizepräsident JD Vance, dessen Anwesenheit von iranischer Seite gefordert worden war, wollte eigentlich am Dienstag nach Pakistan fliegen. Einem Vertreter des Weißen Hauses zufolge blieb er jedoch für weitere politische Beratungen in Washington. Ein hochrangiger iranischer Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, bevor Trump seine jüngste Ankündigung machte, die Unterhändler Teherans seien zu einer weiteren Gesprächsrunde bereit, falls die USA ihre Politik des Drucks und der Drohungen aufgäben.

In der Straße von Hormuz griff der Iran am Mittwoch drei Containerschiffe an. Zwei davon wurden beschlagnahmt, ein Schiff schwer beschädigt. Die Besatzung soll in Sicherheit sein. Aus dem Iran hieß es, die Revolutionsgarden hätten die „regelwidrige” Durchfahrt der Schiffe gestoppt. Einem der Kapitäne zufolge war die Durchfahrt jedoch zuvor genehmigt worden.

Meinl-Reisinger: Iran muss in Gespräche eintreten

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) zeigte sich am Mittwoch im Pressefoyer nach dem Ministerrat erfreut über die unbefristete Waffenruhe im Iran-Krieg. Nun müsse sich auch der Iran bereit erklären, in Gespräche einzutreten. Die Außenministerin unterstrich, dass neben dem wirtschaftlichen Schaden auch eine Hungerkatastrophe drohe, die wiederum Migrationsbewegungen in Richtung Europa auslösen könnte. Allein deshalb brauche es eine Lösung des Konflikts.

Arabische Länder wollen Entschädigung vom Iran

Unterdessen forderten die arabischen Länder vom Iran Reparationen für die im Krieg entstandenen Schäden und Verluste. Teheran sei dem Völkerrecht nach zu solchen Zahlungen verpflichtet, hieß es in einer Erklärung der Arabischen Liga nach einem virtuellen Treffen. „Der Iran trägt international die volle Verantwortung für seine unrechtmäßigen und nicht gerechtfertigten Angriffe gegen arabische Staaten”, hieß es in der Erklärung der Außenminister.

Der iranische Außenminister Abbas Araqchi wies die Forderungen jedoch zurück. Bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Sondergesandten Chang Bjung-han machte er die „Aggressoren” USA und Israel für die Kriegsfolgen verantwortlich. Dies teilte das iranische Außenministerium am Donnerstag auf X mit.

Als Vergeltung für die Militärschläge der USA und Israels griff der Iran seit Kriegsbeginn Ende Februar mit Tausenden Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern die Golfstaaten an. Dabei wurden US-Einrichtungen wie Botschaften und Militärstützpunkte, aber auch zivile Ziele wie Flughäfen und Wohngegenden beschossen. Die meisten Angriffe wurden in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Kuwait gemeldet.