U5-Desaster: Wien bremst Mega-U-Bahn-Projekt brutal ab – vier Jahre Verspätung
Wiens Mega-U-Bahn steckt fest: Die U5 kommt vier Jahre später – erst 2030. Grund sind explodierende Kosten und Budgetprobleme. Jetzt schlagen FPÖ, Grüne und ÖVP Alarm – das Projekt droht zum „Milliardengrab“ zu werden.
Michael Ludwigs U5-LInie droht zur Dauerbaustelle zu werden – und zum „Milliardengrab“, warnt die Opposition. APA/HELMUT FOHRINGER/EVA MANHART
Wien zieht beim größten U-Bahn-Ausbauprojekt der Stadtgeschichte die Notbremse: Die neue U5-Linie wird nicht wie geplant 2026, sondern erst 2030 eröffnet. Grund sind die angespannte Budgetsituation und der Plan, Baukosten über mehrere Jahre zu strecken. Das verkündeten am Mittwoch Stadträtin Ulrike Sima (SPÖ) und Wiener-Linien-Chefin Alexandra Reinagl.
„Wir teilen die Kosten auf mehrere Jahre auf, um eine Kumulation zu vermeiden“, erklärte Sima. Damit bestätigt die Stadt Wien, was sich zuletzt bereits abgezeichnet hatte: Der U-Bahn-Ausbau U2/U5 wird zwar fortgesetzt, aber langsamer.
Kein Doppelbetrieb von U2 und U5
Ursprünglich war vorgesehen, dass U2 und U5 für einige Zeit gemeinsam auf dem Abschnitt Karlsplatz bis Rathaus verkehren. Das wird nun gestrichen. „Der Vorteil für das Öffi-Netz ist nicht groß genug, um eine Doppelführung finanziell zu rechtfertigen“, betonte Reinagl.
Damit bleibt Frankhplatz vorerst die einzige neue Station in diesem Abschnitt – sie wird zwar baulich fertig, aber erst mit der Gesamtinbetriebnahme 2030 eröffnet.
Zweite Bauphasen verschoben
Auch die weiteren Ausbauabschnitte werden nach hinten geschoben: U5 bis Hernals: Baustart nun 2028 (statt 2027), U2 bis Wienerberg: Baustart 2030 (statt 2028). Die Fertigstellung wird erst Mitte der 2030er-Jahre erwartet. Laut Sima sei dies ein „wichtiger Beitrag zur Entspannung in Zeiten der angespannten Budget-Lage“. Und: „Das Projekt hat natürlich die Kosten, die es hat, aber wir vermeiden so einen Budgetgipfel in drei Jahren.“
Inflation treibt die Zahlen
Die Stadt Wien betont, dass keine „echten“ Mehrkosten entstanden seien – die höheren Summen seien Folge der Inflation. „Ich hoffe, dass der Wahnsinn irgendwann ein Ende hat“, sagte Sima zur aktuellen Preisentwicklung. Trotz allem soll es keinen Baustopp geben. „Wir treiben den Öffi-Ausbau mit voller Kraft voran“, versicherte Reinagl.
Kritik von FPÖ, Grünen und ÖVP
Die Opposition reagierte scharf. FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp sprach von einem „Milliardengrab“: „U5-Station Hernals wird wohl niemals kommen. Ursprünglich waren zwei Milliarden Euro vorgesehen – mittlerweile sprechen Schätzungen von bis zu zehn Milliarden Euro.“
Auch die Grünen Wien übten heftige Kritik: „Jetzt auch noch die U5 aufs Wartegleis zu verschieben, ist eine Verhöhnung der Wiener Öffi-Fahrgäste“, erklärten Judith Pühringer und Peter Kraus. Die Verzögerung schade „doppelt und dreifach – auch der Wirtschaft“.
Die ÖVP wiederum sieht darin ein Zeichen verfehlter Finanzpolitik. „Wenn Projekte dieser Größenordnung wegen Budgetproblemen aufgeschoben werden, zeigt das, wie schlecht die Stadt Wien gewirtschaftet hat“, sagte Landesparteiobmann Markus Figl.
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