Was die Spitalsversorgung von Strafgefangenen kostet, zeigt eine aktuelle Anfragebeantwortung von Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ). Sie legt die Tagessätze für die sogenannten „gesperrten Abteilungen” offen – abgeschirmte, bewachte Spitalsbereiche, die für die Behandlung von Häftlingen reserviert sind.

Am teuersten ist das Uniklinikum Krems: Dort kostete ein Belagstag im Jahr 2025 exakt 1.436 Euro. Insgesamt fielen auf der gesperrten Abteilung in Krems im Vorjahr 1.294 Belagstage an. Etwas günstiger, aber ebenfalls über der 1.000-Euro-Marke, liegt das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien: 1.082 Euro pro Bett und Tag, bei 2.490 Belagstagen im Jahr 2025.

86 Millionen für den Maßnahmenvollzug

Die dazugehörige Kostenaufstellung zeigt das Gesamtbild: Auf externe medizinische Leistungen entfielen 2025 mehr als 110 Millionen Euro. Der größte Posten ist die Unterbringung geistig abnormer Rechtsbrecher gemäß § 21 StGB – dafür wurden 86,3 Millionen Euro aufgewendet. Es folgen Zahlungen an öffentliche Krankenanstalten (13,5 Millionen), sonstige Fachärzte (6,2 Millionen), Zahnärzte (2,5 Millionen) und praktische Ärzte (1,6 Millionen).

Millionen für zwei Spitäler

An den Orden der Barmherzigen Brüder wurden 2025 rund 2,71 Millionen Euro überwiesen, an die Stadt Wien für Leistungen der Klinik Hietzing weitere 1,72 Millionen Euro. Beim Uniklinikum Krems ist eine getrennte Aufschlüsselung laut Ministerium nicht möglich – dort werde über die niederösterreichische Landesgesundheitsagentur abgerechnet, eine separate Erhebung wäre mit „unvertretbar großem Verwaltungsaufwand” verbunden.

Die gesperrte Abteilung im Otto-Wagner-Spital wurde eingestellt; die betroffenen Patienten werden nunmehr unter anderem in der Klinik Hietzing versorgt.

Keine Gespräche mit anderen Anbietern

Auf die Frage, ob mit anderen Krankenhausbetreibern über die Kosten für Häftlingsbetten verhandelt wurde, antwortet das Ministerium mit Nein. Solche Gespräche würden erst aufgenommen, „sollte ein entsprechender Bedarf zur Erweiterung von extramuralen Betten gegeben sein”. Auch neue Verträge über zusätzliche gesperrte Abteilungen wurden 2025 nicht abgeschlossen, die Bettenanzahl blieb unverändert.

Angestoßen hat die Anfrage der FPÖ-Sicherheitssprecher Christian Lausch.