Hinter den Kulissen wächst der Frust. CDU-Funktionäre berichten von einer „unterirdischen“ Stimmung an der Parteibasis. Viele Mitglieder seien enttäuscht, weil zentrale Wahlversprechen aus ihrer Sicht nicht umgesetzt wurden. „Immer nur ankündigen und nicht liefern, ist keine Strategie“, heißt es aus den Reihen der Partei. Auch in den Kreisverbänden wird die Kritik lauter. Dort beklagt man, dass Positionen aus dem Wahlkampf verwässert oder ganz aufgegeben worden seien, schreibt die Welt.

Glaube an die Trendwende

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann versucht nun gegenzusteuern. Die Partei müsse sich strukturell erneuern und vor allem für mehr Wirtschaftswachstum sorgen, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Man arbeite hart daran, die Trendwende zu schaffen, betonte Linnemann.

Kommt eine offene Revolte?

Von einer offenen Revolte gegen Merz ist die Union zwar noch entfernt, doch die Nervosität steigt. Die schlechten Umfragewerte setzen die Partei und den Kanzler zunehmend unter Druck. Während die AfD ihren Vorsprung weiter ausbaut, wächst in der CDU die Sorge, den Anschluss an die politische Konkurrenz zu verlieren. Die Botschaft von der Basis ist jedenfalls eindeutig: Die Geduld wird immer kleiner.