131 Stimmen, ein klarer Sieg gegen Deutschland und ein Sitz im mächtigsten Gremium der Vereinten Nationen – Österreich hat am Mittwoch in New York einen diplomatischen Coup gelandet. In der geheimen Wahl der UNO-Generalversammlung setzte sich Österreich klar gegen Deutschland durch, das mit nur 104 Stimmen leer ausging. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger führte den Erfolg auf die Unterstützung kleinerer Staaten und das Prinzip einer „fairen Rotation” zurück.
Der Preis dafür: 20 Millionen Euro Kampagnenkosten. „Natürlich zahlt sich das aus”, so Meinl-Reisinger – die endgültige Abrechnung steht allerdings noch aus. Oe24 berichtete.
Deutschland geschlagen – Wadephul macht Russland verantwortlich
Für den deutschen Außenminister Johann Wadephul war das Ergebnis „eine echte Enttäuschung und eine herbe Niederlage.” Den Misserfolg führte er auf den späten Einstieg ins Rennen zurück – aber auch auf Russland, das wegen Deutschlands „felsenfester Unterstützung für die Ukraine” Stimmung gegen Berlin gemacht habe.
Auch die Israel-Unterstützung habe Stimmen gekostet, so Wadephul. Bundeskanzler Friedrich Merz gratulierte dennoch per X: „Deutschland bleibt ein verlässlicher Pfeiler des Multilateralismus.” UNO-Experte Daniel Forti zeigte sich überrascht: „Wir haben alle ein knappes Rennen erwartet. Das war überraschend.”
FPÖ warnt vor Neutralität – SPÖ-Babler im Trikot
Während Bundespräsident Van der Bellen, Bundeskanzler Stocker und Vizekanzler Babler den Erfolg feierten, mahnte FPÖ-Außenpolitiksprecherin Susanne Fürst zur Vorsicht: Der Sitz dürfe „nicht zur Bühne für die Selbstdarstellung einzelner Personen und ihrer brandgefährlichen politischen Irrwege werden” – eine klare Spitze gegen Meinl-Reisinger. Für die FPÖ ist der UN-Sitz eine „Nagelprobe für die Standfestigkeit der österreichischen Neutralität.”
Meinl-Reisinger kündigte an, Prioritäten wie KI-Waffensysteme, Zivilschutz und Klimawandel in den Sicherheitsrat einzubringen – und sich für den UNO-Amtssitz Wien stark zu machen.

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