Der Verein COURAGE geriet wegen eines Darlehens seines Vorsitzenden über 149.000 Euro ins Visier einer parlamentarischen Anfrage. Das Sozialministerium sieht dennoch keinen Grund, die Förderwürdigkeit der LGBTQ-Beratungsorganisation infrage zu stellen.

Das Sozialministerium weist Vorwürfe zurück, wonach beim Verein COURAGE finanzielle Unregelmäßigkeiten die Vergabe von Fördergeldern gefährden könnten. Anlass ist eine parlamentarische Anfrage der FPÖ-Abgeordneten Ricarda Berger zu Darlehen, die der Vereinsvorsitzende dem Verein in den Jahren 2023 und 2024 in Höhe von insgesamt 149.000 Euro gewährt haben soll.

Wie aus der Anfragebeantwortung von Sozialministerin Korinna Schumann hervorgeht, habe das Ressort erst im Zuge der Förderabrechnung für 2023 von dem Darlehen erfahren. Dieses sei im Jahresabschluss des Vereins ausgewiesen gewesen und daher im Rahmen der üblichen Förderprüfung berücksichtigt worden.

Besonders kritisch hinterfragt wurde, warum 2024 laut Anfrage 49.000 Euro an den Vereinsvorsitzenden zurückgezahlt wurden, obwohl im selben Jahr lediglich weitere 34.000 Euro als Darlehen geflossen sein sollen. Das Ministerium betont jedoch, keinen Einblick in vereinsinterne Zahlungsflüsse oder Darlehensverträge zu haben. Die Prüfung beschränke sich auf die widmungsgemäße Verwendung der Fördermittel.

Keine Bundesmittel zur Darlehen-Rückzahlung

Bundesmittel seien jedenfalls nicht zur Rückzahlung der Darlehen verwendet worden, versichert das Ressort. Dies könne aufgrund der detaillierten Abrechnung mit Originalbelegen ausgeschlossen werden.

Seit 2020 erhielt COURAGE Förderungen in sechsstelliger Höhe. Allein für die Jahre 2023 bis 2025 wurden Projektförderungen von jeweils 50.000 bis 60.000 Euro bewilligt. Nach Angaben des Ministeriums liegen derzeit keine Informationen vor, die die Förderwürdigkeit des Vereins infrage stellen würden.