Die Diskussion um den österreichischen Beitrag zur Kunst-Biennale in Venedig geht weiter. Aus einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ an Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) geht hervor, dass der Bund für den österreichischen Auftritt ein Budget von bis zu 600.000 Euro bereitstellt.

Die Anfrage war durch Berichte über eine Performance der Künstlerin Florentina Holzinger ausgelöst worden, bei der laut Kritikern Körperflüssigkeiten zum Einsatz kommen sollten. Babler widerspricht dieser Darstellung jedoch ausdrücklich. Tatsächlich werde „gereinigtes und gefiltertes Wasser“ verwendet, Darstellungen, wonach Performer in Urin schwimmen würden, entsprächen nicht den Tatsachen, heißt es in der Anfragebeantwortung.

129.000 Euro für Organisationsbüro

Von den bis zu 600.000 Euro entfallen laut Ministerium unter anderem 30.000 Euro auf das Honorar der Kuratorin sowie rund 129.000 Euro auf das Organisationsbüro. Aus diesem Budget werden außerdem Produktion, Ausstellung, Katalog, Pressearbeit und Eröffnungsveranstaltungen finanziert. Die tatsächlichen Gesamtkosten des Projekts könnten laut Babler jedoch zwei- bis dreimal so hoch ausfallen und müssten durch Sponsoren sowie weitere Geldgeber gedeckt werden.

Offenes Wettbewerbsverfahren

Zur Auswahl der Künstlerin verweist Babler auf ein offenes Wettbewerbsverfahren mit insgesamt 54 Einreichungen. Eine internationale Fachjury habe Holzingers Konzept aufgrund seines innovativen Ansatzes und seiner Relevanz für den internationalen Kunstdiskurs empfohlen.

Kritik an der Förderung weist der Kulturminister zurück. Die Kunstfreiheit sei verfassungsrechtlich geschützt, provokante Inhalte allein seien kein Ausschlussgrund für staatliche Unterstützung. Zudem betont Babler, der österreichische Beitrag habe international ein außergewöhnlich positives Echo erhalten und stärke Österreichs Sichtbarkeit als Kulturstandort.