Der Bericht beschreibt die Herausforderungen in den Bereichen Extremismus, Terrorismus, Spionage und nachrichtendienstliche Aktivitäten sowie illegaler Waffenhandel und Proliferation.

„Jünger und digitaler“

Karner betonte: „Die Tatverdächtigen werden jünger und digitaler.“ Der VP-Politiker ergänzte: „Die Bundesregierung wird daher einen Gesetzesentwurf für ein Mindestalter zur Social Media-Nutzung erarbeiten und vorlegen.“ Die elektronische Fußfessel sei hierbei eine moderne und zeitgemäße Möglichkeit zur Überwachung von Hochrisiko-Gefährdern, auch hier ist ein Gesetzesentwurf in Ausarbeitung.

Extremistische Vorfälle steigen

Leichtfried meinte: „Die Anzahl der extremistischen Vorfälle ist nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau – Tendenz steigend. Dabei wird das Internet immer mehr zum Tatort und Rekrutierungs-Hotspot.“ Der Sozialdemokrat führte weiter aus: „Um unsere wehrhafte Demokratie zu stärken, arbeiten wir intensiv am Nationalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus, an der Umsetzung des Mindestalters für die Nutzung von Social Media Plattformen und prüfen Maßnahmen gegen den ansteigenden demokratiegefährdenden Frauenhass.“

Gefahren im In- und Ausland

Der islamistische Extremismus blieb demnach auch 2025 die größte Gefahr für die Bevölkerung. Internationale Terrororganisationen riefen zu Anschlägen in Europa, darunter auch in Österreich, auf. Ebenso wirken Ausreisen, insbesondere in Gebiete des Islamischen Staates im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika, wieder zunehmend anziehend für radikalisierte Personen.

KI stärker im Fokus

Der Verfassungsschutz hat 2025 mehrere Radikalisierungsnetzwerke in Österreich identifiziert, die stark auf Jugendliche abzielen. Bei der Erstellung und Verbreitung von Propaganda spielt künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle. Im vergangenen Jahr stieg die Anzahl erfasster Tathandlungen um 42,3 Prozent auf insgesamt 306. Mehr als die Hälfte davon fand im digitalen Raum statt. Die Radikalisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist besonders hervorzuheben: 31,3 Prozent der Tatverdächtigen sind unter 18 Jahre. 40 Personen hat der Verfassungsschutz 2025 festgenommen, an 129 Örtlichkeiten kam es zu Hausdurchsuchungen.

Prävention und Früherkennung wichtig

„Sicherheit erfordert angesichts der steigenden Gefahren durch Extremismus und Spionage ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren. Dazu zählen die Prävention, die Früherkennung von Gefahren und eine konsequente Umsetzung der Strafverfolgung. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten täglich unverzichtbare Arbeit, um die Sicherheit der Menschen in Österreich und den Schutz der Republik sicherzustellen“, betonte DSN-Direktorin Sylvia Mayer.

Rechtsextremismus nimmt zu

Die Vernetzung im digitalen Raum und der Einsatz sozialer Medien zur Verbreitung extremistischer Propaganda sind auch im Rechtsextremismus zentrale Trends. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Ideologien, virtuellen Gewaltfantasien und realer Gewaltanwendung zunehmend. Neu aufsteigende gewaltaffine und militante Neonazi-Jugend-Subgruppen nutzen digitale Kommunikationsräume zur Verbreitung extremistischer Inhalte und zur Anstiftung zu Gewalttaten. Im Jahr 2025 stieg die Anzahl der Tathandlungen im Rechtsextremismus um 33,6 Prozent auf 1.986, wobei über die Hälfte nach dem Verbotsgesetz geahndet wurde. 75 Personen wurden 2025 festgenommen, an 277 Örtlichkeiten fanden Hausdurchsuchungen statt.

Rückgang bei linksextremistischen Taten

Linksextremismus ist insbesondere im Zusammenhang mit Antisemitismus und radikalem Aktionismus von Bedeutung. Die Akzeptanz rechtswidriger Aktionsformen reicht von symbolischem Protest bis zu sicherheitsgefährdenden Tathandlungen. Die Tathandlungen im Linksextremismus zeigen einen Rückgang um 36,4 Prozent. 2025 wurden insgesamt 136 Tathandlungen gesetzt, 24 Festnahmen vollzogen und sechs Hausdurchsuchungen durchgeführt.

Waffenhandel steigt stark

Der illegale Waffenhandel weist eine hohe Affinität zu extremistischen Kreisen auf, insbesondere zum Rechtsextremismus. Im Jahr 2025 wurden 49 Tathandlungen im Bereich des illegalen Waffenhandels identifiziert – das entspricht einer Steigerung um 63,3 Prozent. 41 Hausdurchsuchungen und 24 Festnahmen zeigen, mit welcher Konsequenz der Verfassungsschutzauch in diesem Bereich vorgeht.

Cyberangriffe boomen

Neben der innerstaatlichen Bedrohung durch Extremismus und Terrorismus bleibt die Gefahr durch nachrichten- und geheimdienstliche Tätigkeiten staatlicher Akteure hoch. Österreich verfügt über schützenswertes Know-how, Technologien und Wissen, das bei einem Abfluss zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit oder Schlüsseltechnologien führt. Spionage verlagert sich immer mehr in den hybriden Raum, in dem Cyberangriffe, Cyberoperationen und moderne Technologien wie künstliche Intelligenz und Drohnen eine relevante Rolle spielen. Durch enge Kooperation mit der Wirtschaft und Wissenschaft soll dem entgegengewirkt werden. 16 Tatverdächtige wurden im Jahr 2025 nach Spionagedelikten ausgeforscht und 27 Tathandlungen zur Anzeige gebracht. Im Bereich der Cyberangriffe wurden 31 Tathandlungen registriert.

Extremismus schwer vorhersehbar

Der Bericht zeigt, dass Extremismus in Österreich jünger, digitaler und schwerer vorhersehbar wird. Sicherheitsbehörden sehen deshalb Prävention, digitale Überwachung und internationale Zusammenarbeit als entscheidend an.

Neue Maßnahmen

Die Bundesregierung plant aufgrund dieser alarmierenden Zahlen ein Bündel an Maßnahmen: etwa ein Mindestalter für soziale Medien, Möglichkeiten zur elektronischen Überwachung von Hochrisiko-Gefährdern, sowie weitere Programme gegen Extremismus und Online-Radikalisierung. Dazu setzt der Verfassungsschutz auch auf Prävention: Über 30.000 Menschen wurden durch Workshops und Informationsprogramme sensibilisiert, Schulen spielen bei Deradikaisierung und Früherkennung eine wichtige Rolle.