Am 28. April 2026 präsentierte die Stadt einen umfassenden Maßnahmenplan. Ziel ist es, das bestehende Verkehrsnetz nicht nur zu erweitern, sondern strukturell neu auszurichten. Hintergrund ist eine Entwicklung, die kaum Spielraum lässt: Bis 2040 soll die Bevölkerung um rund 17 % wachsen. Damit würde Graz auf etwa 360.000 Einwohner anwachsen – ein Plus, das die bestehende Infrastruktur massiv unter Druck setzt.
Im Zentrum der Planungen steht eine neue Verkehrsader: die Straßenbahnlinie 8. Sie soll künftig den Nordwesten mit dem Südwesten verbinden und damit eine bislang bestehende Lücke im Netz schließen. Die geplante Strecke erstreckt sich über rund elf Kilometer und führt von Gösting über den Lendplatz und die Volksgartenstraße bis hin zum Roseggerhaus.
Mit dieser Verbindung will die Stadt zusätzliche Kapazitäten schaffen und den innerstädtischen Verkehr spürbar entlasten.
Busverkehr im Fokus: Mehr Reichweite, mehr Effizienz
Parallel dazu wird auch das bestehende Busnetz überarbeitet. Obwohl bereits heute rund 90 % der Grazer Bevölkerung Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln haben, sieht die Stadt weiteres Optimierungspotenzial. Ziel ist es, die Erreichbarkeit noch weiter auszubauen und bislang weniger gut angebundene Gebiete besser zu integrieren.
Ein zentraler Baustein sind dabei infrastrukturelle Anpassungen: barrierefreie Haltestellen, zusätzliche Busspuren und eine effizientere Taktung. Gleichzeitig setzt Graz auf eine Modernisierung der Fahrzeugflotte. Insgesamt 94 neue Hybrid-Busse wurden bestellt, um den Betrieb umweltfreundlicher zu gestalten.
Auch Wien setzt auf Öffi-Ausbau
Auch in Wien wird das öffentliche Verkehrsangebot derzeit erweitert, insbesondere im Rahmen des Großprojekts U2xU5. Allerdings kommt es zu zeitlichen Verschiebungen, die wohl auch im Zusammenhang mit dem Sparpaket stehen, dass die Bundeshauptstadt derzeit umsetzt.
Die neue U-Bahn-Linie U5 wird nach aktuellem Stand erst ab 2030 für Fahrgäste nutzbar sein. Die Wiener Linien betonen jedoch, dass dies keinen Baustopp bedeutet. Vielmehr sollen alle Projekte wie geplant umgesetzt werden – lediglich der Zeitrahmen wurde angepasst, um finanzielle Belastungen zu reduzieren. Konkret sollen rund 20 Millionen Euro an Betriebskosten eingespart werden.

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