37 Prozent der Befragten nennen die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump als größte Gefahr für den Frieden auf der Welt. Russland landet mit 33 Prozent nur noch auf Platz zwei. Vor zwei Jahren war das Bild noch völlig anders: Damals sahen 60 Prozent Russland als größte Bedrohung, nur 15 Prozent die USA.

„Nahezu umgedrehtes Bild“

Die Onlineumfrage wurde vom 29. April bis 5. Mai durchgeführt, im Auftrag des Magazins „Der Pragmaticus“. Die Stichprobe soll die Wahlberechtigten in Österreich repräsentieren, sie umfasste 835 Personen, die statistische Schwankungsbreite beträgt 3,4 Prozent. Der Meinungsforscher Peter Hajek spricht von einer historischen Veränderung: „Das Bild hat sich nahezu umgedreht.“ Jahrzehntelang galten die USA für viele Österreicher als wirtschaftliches, politisches und kulturelles Vorbild. Davon ist laut der Umfrage kaum noch etwas übrig.

Negatives Bild von Trump in zwei Jahren „verdoppelt“?

Nur noch jeder Fünfte hat ein positives Bild von Amerika. Drei Viertel der Befragten sehen die USA mittlerweile negativ. Besonders drastisch: Der Anteil jener, die ein „sehr negatives“ Bild von Amerika haben, hat sich innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt. Auch Donald Trump dürfte dabei eine zentrale Rolle spielen. Sein politischer Stil, seine internationale Konfrontationspolitik und umstrittene Entscheidungen sorgen offenbar für wachsende Skepsis. 63 Prozent der Befragten halten die USA inzwischen für autoritär, nur 25 Prozent für demokratisch. 70 Prozent sehen die Vereinigten Staaten als verantwortungslos an.

China als globale Nummer 1

Besonders bitter für Washington: Nur 16 Prozent glauben, dass die USA in zehn Jahren noch die führende Weltmacht sein werden. Stattdessen erwarten 46 Prozent, dass China bis 2036 die globale Nummer eins sein wird. Die Umfrage zeigt damit nicht nur einen dramatischen Imageverlust der USA in Österreich, sondern auch einen Wandel im Blick auf die künftige Weltordnung. Das einstige Vorbild Amerika hat für viele Österreicher seinen Glanz verloren.