„Wer auch immer heute Abend gewinnt, ein starkes europäisches Team wird im Finale stehen“, schrieb von der Leyen vor dem europäischen Gigantenduell auf der Plattform X. Tatsächlich setzte sich Spanien mit 2:0 gegen Frankreich durch und zog ins WM-Endspiel ein.
Eine Prognose als Volltreffer
Nun, ein gewagter Tipp war das freilich nicht: Schließlich standen sich bekanntlich mit Frankreich und Spanien zwei europäische Nationalmannschaften gegenüber. Dass am Ende also ein „starkes europäisches Team“ im Finale stehen würde, war bereits vor dem Anpfiff empirisch ziemlich gut abgesichert.
Grüße und Glückwünsche
Von der Leyen äußert sich nur gelegentlich öffentlich zum Fußball – und wenn, dann ähnlich unverfänglich wie beim gestrigen Duell der westeuropäischen Landesnachbarn. Bei großen Turnieren verschickt sie vor allem offizielle Grußbotschaften und Glückwünsche. So richtete die Politikerin auch zum Auftakt der Weltmeisterschaft über die Social-Media-Kanäle der Europäischen Kommission besondere Grüße an die teilnehmenden Nationalmannschaften aus der EU. Diese offensichtliche Harmlosigkeit könnte Gründe haben.
Knaller-Gag erwies sich als Rohrkrepierer
Denn nicht alle ihre früheren Ausflüge in die Welt des Fußballs verliefen derart unverfänglich. Für heftige Kritik sorgte 2014 ein Sager von der Leyens, die damals deutsche Verteidigungsministerin war. In einem Interview wurde die CDU-Politikerin gefragt, ob angesichts der politischen Lage die kommenden Fußball-Weltmeisterschaften in Russland 2018 und Katar 2022 überhaupt stattfinden sollten.
„Schießendes Personal“
Ihre scherzhafte Antwort hatte es in sich: Man könne doch den Deutschen Fußball-Bund dorthin schicken, schließlich verfüge dieser über „schießendes Personal“. Der Wortwitz zwischen Torschützen und militärischem Personal kam allerdings nicht überall gut an. Politiker von SPD und Linkspartei kritisierten die Aussage als unangemessen und „völlig fehl am Platze“ – insbesondere angesichts der damaligen internationalen Krisenlage.
Diesmal konnte nichts schiefgehen
Zwölf Jahre später wählte von der Leyen vor dem WM-Kracher zwischen Spanien und Frankreich deutlich sichereres Terrain. Egal, ob Yamal oder Mbappé jubeln würde: Europa hatte seinen Finalisten bereits vor dem Anpfiff sicher. Es sei denn, von der Leyen hätte sich im Datum geirrt und das X-Posting heute vor dem zweiten Halbfinale abgesetzt – dieses bestreiten England und Argentinien.

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