In der österreichischen Bauwirtschaft brennt die Hütte – oder besser gesagt: Sie wird erst gar nicht gebaut. Während im benachbarten Deutschland die Baugenehmigungen laut aktuellen Berichten des Handelsblatts im Februar 2026 überraschend um über 24 Prozent zulegten, herrscht hierzulande „tiefste Finsternis“. Seit nunmehr sieben Jahren schleppt sich der heimische Bau von einem Negativrekord zum nächsten. Ein achtes Rezessionsjahr ist so gut wie sicher.

Wohnbau bricht weiter ein, Investitionen halbiert

Die Zahlen sind alarmierend: Im Vergleich zum Jahr 2021 sind die Baugenehmigungen im Neubau um fast die Hälfte eingebrochen. Wie der Ökonom Matthias Reith in einem Selektiv-Kommentar analysiert, ist dies kein allgemeines europäisches Schicksal. Österreich ist zum Geisterfahrer geworden. Während sich andere Märkte in der EU stabilisieren, sackt der Wohnbau hierzulande weiter ab.

Besonders dramatisch ist die Lage bei den gewerblichen Bauträgern. Wer professionell Wohnraum schafft, hat seine Investitionen seit dem Höchststand 2019 um mehr als die Hälfte zurückgefahren.

Agenda Austria: Politik als „Investitionsbremse“

Scharfe Kritik an der aktuellen Bundesregierung kommt dazu vom liberalen Think-Tank Agenda Austria. In einer aktuellen Analyse wird die Politik direkt für den Einbruch verantwortlich gemacht und davor gewarnt, dass sich vermeintlich soziale Wohltaten nun als Bumerang für den Standort entpuppen. Die Experten der Agenda Austria bezeichnen die Mietpreisbremse dabei als pures Gift für den Markt, da sie Investoren massiv abschrecke. Wer heute baut, benötigt Planungssicherheit über Jahrzehnte, doch ständige politische Eingriffe zerstören dieses notwendige Vertrauen nachhaltig.

Zudem warnt die Agenda Austria eindringlich davor, dass die vorherrschende Regulierungswut das Angebot an Wohnraum künstlich verknappt und so die Preise für den verbleibenden Bestand nur noch weiter nach oben treibt. Ein weiterer Vorwurf der Experten betrifft den massiven Bürokratie-Stau, da dringend notwendige Entrümpelungen der Bauordnungen von der Politik schlicht verschlafen wurden, was das Bauen in Österreich zusätzlich verteuert.

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Wer baut überhaupt noch?

Einziger kleiner Lichtblick, den auch Matthias Reith in seinen Daten hervorhebt, sind die privaten Haushalte. Wer den Traum vom Eigenheim noch nicht aufgegeben hat, reicht dank der hohen Lohnabschlüsse der letzten Jahre wieder vermehrt Pläne ein, da die Leistbarkeit im Verhältnis von Einkommen zu Preis theoretisch wieder das Niveau von 2018 erreicht hat. Doch dieser Trend täuscht über die harte Realität der Finanzierung hinweg. Die Kosten für Kredite haben sich durch die Zinswende fast verdoppelt, sodass ein Haushalt heute im Schnitt 37 Prozent seines Nettoeinkommens für Zins und Tilgung reservieren muss, während es vor der Krise lediglich 28 Prozent waren.

Die bittere Prognose

Die Folgen dieser oft übersehenen Rezession werden wir erst mit voller Verzögerung spüren. Da zwischen einer Genehmigung und der tatsächlichen Schlüsselübergabe oft zwei Jahre vergehen, wird die Lücke am Wohnungsmarkt ab 2027 massiv klaffen. Waren es im Rekordjahr 2022 noch rund 60.000 fertiggestellte Wohnungen, werden es laut den aktuellen Prognosen von Matthias Reith heuer nur noch rund 35.000 Einheiten sein.

Kritik freiheitliche Wirtschaft

Kritik kommt auch von der freiheitlichen Wirtschaft. Der FW-Wohnbausprecher Rene Schachner sagt dazu: „Diese Regierung betreibt eine Politik gegen den Wohnbau, gegen Investoren und damit letztlich gegen leistbares Wohnen. Wer Bauen verhindert, verknappt das Angebot, treibt die Preise nach oben und gefährdet zugleich Arbeitsplätze und Wertschöpfung in unserem Land“