Der East Room des Weißen Hauses war für den Abend in einen üppigen englischen Garten verwandelt worden, Frack und Fliege waren Pflicht, 120 hochkarätige Gäste hatten sich versammelt – der Staatsbesuch von König Charles III. bei Donald Trump bot das volle Programm großer Diplomatie. Doch inmitten der Lobeshymnen auf die „besondere Beziehung” zwischen den USA und Großbritannien sorgte Trump für einen Moment, der kurz den Atem stocken ließ: Der Präsident deutete an, der König teile seine harte Linie gegenüber dem Iran – und zwar noch entschiedener als er selbst. Die Daily Mail berichtete.

Trump lässt Charles' Karten sehen

„Wir sind derzeit ein wenig im Nahen Osten aktiv. Und wir schlagen uns sehr gut”, sagte Trump in seiner Rede – und fügte hinzu: „Wir werden diesem Gegner niemals … Charles stimmt mir zu, sogar noch mehr als ich … wir werden diesem Gegner niemals eine Atomwaffe in die Hände geben.” Die Bemerkung wurde im Saal mit Jubel aufgenommen. Vom Buckingham Palace gab es keine unmittelbare Reaktion.

Der König kontert mit Schlagfertigkeit

Ansonsten war der Abend von herzlicher Atmosphäre und gegenseitigem Humor geprägt. Charles überreichte Trump ein außergewöhnliches, persönliches Geschenk: die Originalglocke aus dem Kommandoturm der HMS Trump, einem U-Boot der Royal Navy, das im Zweiten Weltkrieg in der Schlacht um den Pazifik gekämpft hatte. „Wenn Sie uns jemals erreichen müssen, rufen Sie uns einfach an“, sagte der König mit einem Schmunzeln. In seiner Rede würdigte er das Bündnis als „Eckpfeiler des Wohlstands und der Sicherheit” und betonte, man habe „in den besten wie in den schlimmsten Zeiten zusammengestanden”.

Den Höhepunkt des Abends lieferte Charles mit einem gezielten Konter auf eine von Trumps Lieblingsthesen. Der Präsident behauptet bekanntlich oft, Europa würde ohne den amerikanischen Einsatz im Zweiten Weltkrieg heute Deutsch sprechen. Der König ließ einen Moment verstreichen, während ein Raunen durch den Saal ging, und sagte dann mit verschmitztem Lächeln: „Darf ich sagen, dass Sie ohne uns Französisch sprechen würden?” Damit spielte er auf die Kämpfe um Nordamerika im 18. Jahrhundert an, die die Vorherrschaft der englischen Sprache in den Kolonien sicherten. Trump selbst lachte laut mit.

Staraufgebot im East Room

Auf der Gästeliste des Abends standen Jeff Bezos mit seiner Partnerin Lauren Sanchez und OpenAI-Chef Sam Altman, der die Sicherheitskontrollen des Weißen Hauses passierte. Geladen waren auch konservative Medienpersönlichkeiten wie Laura Ingraham, Jesse Watters und Greg Gutfeld sowie alle drei von Trump ernannten Richter am Obersten Gerichtshof: Amy Coney Barrett, Neil Gorsuch und Brett Kavanaugh. Von der Familie Trump waren Eric und Lara sowie Ivanka und Jared Kushner und Tiffany Trump mit ihrem Ehemann Michael Boulos anwesend. Auch Melanias Vater, Victor Knavs, stand auf der Gästeliste.