Während Fußball-Deutschland nach dem peinlichen WM-Aus den Kopf hängen lässt, gibt sich Bundeskanzler Friedrich Merz demonstrativ optimistisch. „Was für ein Spiel!”, schrieb der bekennende BVB-Fan auf Instagram und postete ein Bild des Nationalteams: „Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.” Worte, die nicht bei allen gut ankommen – schon in den Kommentarspalten wird das Statement ambivalent beäugt. Ein User kommentierte: „Merz versteht so viel vom Fußball wie vom Regieren!” Ein anderer Nutzer schrieb: „An dieser Niederlage gibt es nichts schönzureden und begeistert hat hier keiner.”

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Deutsche Medien sprechen von „Blamage"

Ganz anders als der Kanzler bewerten die deutschen Medien das Aus. „Die nächste Blamage”, titelt die Süddeutsche Zeitung: „Deutschland, das bei dieser Weltmeisterschaft nach einem 7:1 gegen den Fußballzwerg Curaçao keinen einzigen überzeugenden Auftritt hingelegt hat, tritt jetzt völlig verdient die Heimreise an.” Die Frankfurter Allgemeine spricht von „einem Ende mit Schrecken in einem Turnier, in dem es nie angekommen ist.” Von der vom Kanzler beschworenen Begeisterung ist in den Schlagzeilen jedenfalls nichts zu lesen.

Horror-Serie geht weiter

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Das letzte gewonnene K.-o.-Spiel bei einer WM liegt für Deutschland bereits einige Zeit zurück: Es war das Finale 2014. Seither wurde 2018 und 2022 die K.-o.-Phase überhaupt verpasst, nun folgte das sofortige Aus. Gegen Paraguay verlor die DFB-Auswahl in Foxborough bei Boston mit 3:4 im Elfmeterschießen. Nach Toren von Julio Enciso (42.) und Kai Havertz (54.) war es vor 63.495 Zuschauern 1:1 gestanden. Im Elfmeterschießen glänzte Paraguays Tormann Orlando Gill bei den Schüssen von Havertz und Nick Woltemade, Jonathan Tah setzte den Ball über das Tor.

Paraguay trifft auf Topfavoriten

Für Paraguay ist es ein historischer Erfolg: Die Südamerikaner gewannen erstmals seit dem Viertelfinaleinzug 2010 wieder ein WM-K.o.-Spiel. Im Achtelfinale bekommen sie es am 4. Juli in Philadelphia mit Topfavorit Frankreich oder Schweden zu tun. Für die deutschen Fans bleibt unterdessen vor allem die Ernüchterung – und ein Kanzler, dessen Lob angesichts der dritten WM-Pleite in Folge bei vielen eher wie blanker Hohn klingt.