Das Don-Bosco-Jugendzentrum in Amstetten betreut seit 60 Jahren Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren. Nach der Veranstaltung eines LGBTIQ+-Workshops und eines „Pride-Flaggen-Quiz“ streicht FPÖ-Landesrat Antauer nun die Landesförderung von 50.000 Euro.

„Links-woker Wahnsinn" als Begründung

FPÖ-Landesrat Martin Antauer ließ an seiner Entscheidung keinen Zweifel: Er wolle „Projekte vorziehen, die der Integration dienen” – und keinen „links-woken Wahnsinn, der völlig an den Lebensrealitäten der Niederösterreicher vorbeigeht”. Konkret nennt Antauer einen LGBTIQ+-Workshop sowie ein „Pride Flaggen Quiz” als Grund für die Förderungsstreichung.

„Spiele und Sitzkreise mit Regenbogenfahnen können gerne privat finanziert werden, aber nicht vom Steuerzahler.” – LR Martin Antauer (FPÖ). Damit trifft er eine katholische Einrichtung, die seit sechs Jahrzehnten Sozialarbeit leistet – ausgerechnet jene Art bodenständiger Jugendarbeit, die bürgerliche Politiker sonst in Sonntagsreden loben.

Bürgermeister beruft Sondersitzung ein

ÖVP-Bürgermeister Christian Haberhauer reagiert mit einer Sondergemeinderatssitzung, die voraussichtlich Anfang Mai stattfinden soll. Ziel ist eine Resolution an Landesrat Antauer. „Wir wollen zeigen, dass der Gemeinderat geschlossen hinter dem Kinder- und Jugendzentrum steht”, so Haberhauer.

Auch die Geschäftsführerin des Don-Bosco-Sozialwerks, Regina Schmid, zeigt sich fassungslos: „Wenn man das bisherige wenige Geld für die direkte Arbeit mit Kindern nun auch noch wegnimmt, ist das nichts anderes als ein Schuss ins eigene Knie.”

Parteiübergreifende Kritik – von SPÖ bis NEOS

Die Streichung löst über alle Parteigrenzen hinweg scharfe Kritik aus. SPÖ-Vizebürgermeister Gerhard Riegler wirft der FPÖ vor, „die falschen Prioritäten” zu setzen: „Für blaue Prestigeprojekte ist Geld da, aber einer wichtigen sozialen Einrichtung wird eiskalt die Unterstützung gestrichen.”

Die Grünen nehmen dabei auch die ÖVP ins Visier: „Das ohrenbetäubende Schweigen der ÖVP entlarvt sie”, so Landtagsabgeordneter Dominic Hörlezeder. „Wo bleiben die Worte der Landeshauptfrau über christlich-soziale Werte?” NEOS-Landeschefin Indra Collini fordert transparente Vergabekriterien und verweist darauf, dass bei der Parteienförderung „Millionen zu finden wären”.

Was als 60-Jahr-Jubiläum hätte gefeiert werden sollen, könnte nun zum Zusperrfest werden – sofern die Landesregierung ihre Entscheidung nicht revidiert.