Bei der seit Monaten diskutierten Wehrdienstreform dürfte Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen kommen. Laut einem Bericht der Krone zeichnet sich eine Einigung bis zum Sommerministerrat am 27. Juli ab. Besonders gute Chancen soll dabei das von der SPÖ vorgeschlagene Modell „sechs plus drei“ haben.
Demnach soll der Grundwehrdienst weiterhin sechs Monate dauern. Anschließend sollen verpflichtende Milizübungen von rund drei Monaten folgen. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) bezeichnete die Debatte über „sechs plus drei oder sechs plus 100 Tage“ als letztlich semantische Frage und betonte, das SPÖ-Modell liege nicht weit von den Empfehlungen der Wehrdienstkommission entfernt.
„Höchst verantwortungslos“
Massive Kritik kommt jedoch von Thomas Starlinger. Der ehemalige Verteidigungsminister und sicherheitspolitische Berater hält den möglichen Kompromiss für „höchst verantwortungslos“. Aus seiner Sicht würden Soldatinnen und Soldaten dadurch nicht ausreichend ausgebildet in mögliche Einsätze geschickt. „Es geht um das Leben der Soldaten und um den Schutz der Bevölkerung“, warnte Starlinger im Ö1-Morgenjournal.
Starlinger spricht sich stattdessen für das von der Wehrdienstkommission bevorzugte Modell „Österreich Plus“ aus. Dieses sieht acht Monate Grundwehrdienst sowie zwei Monate verpflichtende Milizübungen vor. Zudem fordert er, bei der Abstimmung im Parlament den Klubzwang aufzuheben. Seiner Einschätzung nach könnte sich dann eine Mehrheit für das längere Wehrdienstmodell finden.

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