Der Plan sei „völlig inakzeptabel“ und gehe an der Realität vorbei. Statt auf Freiwilligkeit zu setzen, brauche Österreich angesichts der angespannten Sicherheitslage dringend eine rasche Entscheidung für eine Stärkung des Wehrdienstes.
Zu wenig Personal
Hintergrund ist der Vorstoß der NEOS, junge Männer künftig nur dann verpflichtend einzuberufen, wenn sich nicht genügend Freiwillige für das Bundesheer melden. Für Hameseder ist das der falsche Weg. Schon jetzt gebe es zu wenig Personal, ein Freiwilligenmodell würde die Situation weiter verschärfen. Zudem sei die Wehrpflicht klar in der Verfassung verankert. Wer versuche, dieses Prinzip aufzuweichen, „schummelt sich vorbei“, so der Generalmajor.
Modell „Österreich Plus“
Die von der Wehrdienstkommission bevorzugte Lösung sieht dagegen eine deutliche Ausweitung des Wehrdienstes vor: Acht Monate Grundwehrdienst plus zwei Monate verpflichtende Übungen – das sogenannte „Österreich Plus“-Modell. Hameseder macht Druck auf die Politik: Die Zeit dränge massiv, eine weitere Verzögerung könne sich Österreich angesichts der internationalen Krisen und Konflikte nicht leisten, schreibt der Kurier.
FPÖ: „Ein brandgefährliches Experiment“
Auch die FPÖ geht auf die Barrikaden. Wehrsprecher Volker Reifenberger spricht von einem „brandgefährlichen Experiment“ und einem Angriff auf die Sicherheit des Landes. Ein freiwilliges Modell gefährde nicht nur die Einsatzfähigkeit des Bundesheeres, sondern auch den Zivildienst und damit Rettungsorganisationen sowie Pflege- und Betreuungsdienste. Die Freiheitlichen pochen deshalb ebenfalls auf das Modell „8+2“.
Regierungsparteien palmieren
Währenddessen bemühen sich ÖVP und SPÖ um Beruhigung. Kanzler Christian Stocker und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner drängen auf eine rasche Einigung noch vor dem Sommer. Sollte die Politik keine Lösung finden, steht sogar wieder eine Volksbefragung im Raum. Tanner zeigte sich gegenüber parteipolitischen Alleingängen skeptisch: „Ich halte nichts davon, wenn wir Parteimodelle erfinden.“ Während die NEOS auf ein skandinavisch angehauchtes Freiwilligenmodell setzen, pochen Experten, Bundesheer und große Teile der Politik also auf eine Verlängerung des Wehrdienstes. Die Frage lautet nun: Freiwilligkeit oder Pflicht? Die Entscheidung dürfte schon in den kommenden Wochen fallen.

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