Wenige Tage vor dem Muttertag sorgt eine Entscheidung in Oberösterreich für Empörung: Der Caritas-Kindergarten St. Josef in Gallneukirchen will heuer bewusst auf klassische Muttertags-Traditionen verzichten – und bringt damit einige Eltern auf die Palme, wie die Tageszeitung Heute berichtet.
In einer Nachricht des Kindergartens an die Eltern heißt es: „Auf das Einüben klassischer Gedichte oder Lieder speziell für Mutter- oder Vatertag verzichten wir bewusst“. Der Muttertag werde stattdessen neu gestaltet.
Begründung: „Vielfalt“
Kinder würden heute in unterschiedlichen Familienformen aufwachsen, begründet der Kindergarten gegenüber Heute. Klassische Rollenbilder rund um Mutter- und Vatertag „spiegeln diese Vielfalt nicht immer wider“ und seien daher nicht mehr „zeitgemäß“ für den Kindergartenalltag.
„Kirche sollte zu klassischem Familienbild stehen“
Eine Mutter zeigt sich deutlich verärgert: „Ich will als Mutter an diesem Tag geehrt werden, auch mit einem Gedicht“.
Noch schärfer fällt ihre Kritik an der Begründung aus: „Wir haben hier in Gallneukirchen keine Familien, die in anderen Konstellationen leben.“ Und weiter: „Die Diözese hat sonst andere Probleme, aber jetzt das? Die Kirche sollte zu einem klassischen Familienbild stehen.“
Betreiber verteidigt Entscheidung
Vom Betreiber des Kindergartens, der Caritas Oberösterreich, kommt eine klare Antwort. Die Vorständin Edith Bürgler-Scheubmayr sagt, dass sich die Caritas-Kindergärten an der Lebensrealität der Kinder orientieren. Diese sei heute vielfältig.
Auf die Kritik aus der Elternschaft reagiert die Caritas ebenfalls: „Rückmeldungen von Eltern nehmen wir ernst.“

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