Die Bundesregierung legt mit dem Doppelbudget 2027/28 den nächsten Schritt ihrer Budgetsanierung vor. Insgesamt sollen bis 2028 zusätzliche fünf Milliarden Euro eingespart beziehungsweise durch neue Einnahmen lukriert werden. Ziel ist es, das Defizit wieder unter die von der EU vorgegebene Drei-Prozent-Grenze zu drücken. Der Sparkurs trifft dabei zahlreiche Bevölkerungsgruppen und Wirtschaftsbereiche.
Unternehmen, Familien und Pensionisten werden stärker belastet
Einen wesentlichen Beitrag zur Konsolidierung leisten Unternehmen. Für größere Betriebe wird die Körperschaftsteuer erhöht, die Bankenabgabe bleibt verlängert. Gleichzeitig setzt die Regierung auf zusätzliche Einnahmen durch Maßnahmen gegen Steuerbetrug, höhere Immobilienertragssteuern sowie eine Anhebung der Alkoholsteuer.

Auch Arbeitnehmer bleiben von Einschnitten nicht verschont. Das Homeoffice-Pauschale wird gestrichen, ebenso steuerliche Begünstigungen für E-Dienstwagen. Besserverdiener müssen durch höhere Sozialversicherungsbeiträge tiefer in die Tasche greifen.
Familien verlieren erneut Kaufkraft: Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld und weitere Leistungen werden nicht an die Inflation angepasst. Pensionisten erhalten zwar Erhöhungen, diese fallen jedoch unter der Teuerungsrate aus. Allein dadurch erwartet sich der Bund Einsparungen von mehr als einer halben Milliarde Euro in den kommenden beiden Jahren.
Mehr Geld für Heer, Bildung und Kinder
Während in vielen Bereichen gespart wird, setzt die Regierung gezielt Schwerpunkte. Das Verteidigungsbudget steigt bis 2028 auf mehr als fünf Milliarden Euro. Investiert wird vor allem in neue Ausrüstung, Luftverteidigung und Cyberabwehr.
Auch die Bildung erhält zusätzliche Mittel. Mehr Geld fließt in Lehrpersonal sowie in das zweite verpflichtende kostenlose Kindergartenjahr. Weitere Budgetoffensiven sind für Pflege, Arbeitsmarktprogramme und Maßnahmen gegen Kinderarmut vorgesehen.

Deutlich gekürzt wird hingegen bei Klima- und Umweltmaßnahmen. Der ORF verliert jährlich 93 Millionen Euro an staatlicher Kompensation, Kulturförderungen werden reduziert. Auch die ÖBB müssen sparen: Im Infrastrukturprogramm sind bis 2031 Kürzungen von insgesamt 1,6 Milliarden Euro vorgesehen.
Das Doppelbudget zeigt damit klar die Prioritäten der Regierung: sparen, konsolidieren und gleichzeitig gezielt in Sicherheit, Bildung und Kinderbetreuung investieren. Für viele Bürger bedeutet das jedoch spürbare finanzielle Belastungen.

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