Im Streit um die Neubesetzung der ORF-Spitzendirektionen verschärft Peter Westenthaler den Ton. Nachdem bekannt geworden war, dass sich insgesamt 105 Personen auf die ausgeschriebenen Führungspositionen beworben haben, wirft der frühere FPÖ-Politiker dem ORF nun mangelnde Transparenz und parteipolitische Einflussnahme vor.

In einem Schreiben an den Vorsitzenden des ORF-Stiftungsrates kritisiert Westenthaler, dass ausgerechnet die Mitglieder des Stiftungsrates nicht über sämtliche Bewerbungen informiert würden. „Einmal mehr wird politisch gemauschelt und geheimgehalten“, schreibt er. Nur der jeweils zuständige Stiftungsrat erhalte Informationen, während den übrigen Mitgliedern der vollständige Überblick verwehrt bleibe.

Besonders scharf geht Westenthaler mit den Regierungsparteien ins Gericht. Er spricht von „von Rot und Schwarz ausgepackelten Direktoren“ und vermutet, dass zunächst vollendete Tatsachen geschaffen werden sollen. Erst danach solle das Personalpaket mit der Mehrheit von SPÖ und ÖVP im Stiftungsrat abgesegnet werden.

„Der nächste Akt im parteipolitischen ORF-Trauerspiel“

„Man will offenbar vollendete Tatsachen schaffen und dann wie schon bei der Bestellung des ORF-Generaldirektors mit einer SPÖVP-Mehrheit drüberfahren“, so Westenthaler. Das sei der „nächste Akt im parteipolitischen ORF-Trauerspiel“.

Der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig hatte zuletzt betont, das Auswahlverfahren erfolge nach einer transparenten Scorecard-Matrix unter Einbindung externer Experten. Insgesamt liegen 142 Bewerbungen für die 13 ausgeschriebenen Spitzenfunktionen vor, da sich mehrere Kandidaten auf mehr als einen Posten beworben haben. Die endgültige Entscheidung über Pigs Führungsteam soll am 11. August der ORF-Stiftungsrat treffen.

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